2001


Hamburg
18. - 20. Mai 2001

Informationen · Bericht · Setzliste/Ergebnisse Frauen · Setzliste/Ergebnisse Männer · Gallery


Bericht

Schweizer Kings und Fischbeker Queen / 21.5.2001, Sport-Mikrofon
Ahmann/Hager: Der Hamburg-Fluch / 21.5.2001, Hamburger Morgenpost
Okka Rau: Beach-Queen von St. Pauli / 21.5.2001, Hamburger Abendblatt

Gewinnen Ahmann/Hager das erste Mal in Hamburg? / 19.5.2001, DVV-News

Ahmann/Hager sind telegen / 19.5.2001, Hamburger Abendblatt

Auf dem Pflaster liegt der Strand / 18.5.2001, Die Tageszeitung

"Wird noch schöner" / 18.5.2001, Die Tageszeitung
Stars baggern auf dem Kiez / 10.5.2001, Hamburger Abendblatt
Hamburger Sand zieht Volleyballer an / 10.5.2001, Kieler Nachrichten
Danja & Maike baggern auf dem Kiez  / 10.5.2001, Hamburger Morgenpost
Masters Tour lebt vom Schub des Olympia-Erfolgs / 10.5.2001, Die Welt 


21.5.2001, Sport-Mikrofon

Schweizer Kings und Fischbeker Queen

Masters-Auftakt auf dem Heiligengeistfeld

Es ist wieder Masters-Zeit, traditionell fand das Auftaktturnier in Hamburg statt, wie letztes Jahr auf dem Heiligengeistfeld, und es war wie in den letzten Jahren: je näher der Termin rückt, desto schlechter wird das Wetter. Liegt es an der Sportart oder stört etwas anderes die Laune von Wettergott Petrus ? Bei der Siegerehrung ließ Moderator Volker Thormählen vom NDR die Katze aus dem Sack: im nächsten Jahr findet nach langjährigen Verhandlungen das Masters-Turnier auf dem Rathausmarkt statt. Und siehe da, die Sonne brach hervor ...

Immerhin war es ein regenfreies Wochenende, für das sich die Vorzeige-Beacher Deutschlands Jörg Ahmann und Axel Hager so viel vorgenommen hatten. Noch nie gelang den Erfolgsverwöhnten der Sieg beim Masters in ihrer Heimatstadt und insbesondere die Duelle mit den Laciga-Brüdern aus der Schweiz endeten in Hamburg noch nie erfolgreich.

Und diesmal verloren die Bronzemedaillengewinner von Sydney gleich ihr erstes Spiel auf dem Hamburger Heiligengeistfeld: die Kieler Morten Klein und Gregor Rolinski siegten mit 15:13, 8:15 und 15:10. Doch dann kamen die Lokalmatadoren in Fahrt und standen nach Siegen über Körner/Schulz, Slacanin/Zimmermann, Anton/Sergeev, Klemperer/Rademacher sowie Bergmann/Krank im Halbfinale. Dort trafen sie auf Markus Dieckmann und Jonas Reckermann, die sie am Sonntag früh in zwei Sätzen, wenn auch knapp mit 18:21 und 20:22, besiegen konnten.

Im zweiten Halbfinale mussten die Deutschen Meister Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug, die zuvor von Dieckmann/Reckermann auf die Verliererseite geschickt wurden, gegen die Schweizer Paul und Martin Laciga antreten. Hier konnten sich die Schweizer Weltranglistendritten in drei Sätzen durchsetzen und somit gab es im Finale erneut ein Aufeinandertreffen zwischen den Schweizern und Ahmann/Hager.

In zwei knappen und technisch sehr guten Sätzen behielten erneut die Lacigas die Oberhand und holten sich mit 21:19 und 21:19 erneut den Masters-Titel. Im kleinen Finale gelang Oetke/Scheuerflug mit 21:19, 16:21 und 17:15 die Revanche gegen Markus Dieckmann und Jonas Reckermann.

Bei den Damen zog die Fischbekerin Okka Rau mit Partnerin Steffi Pohl nach Siegen über Paetow/Schellenberg, Ast/Volicerova und Krause/Schmitt ins Halbfinale ein. Die Überraschung des Turniers war aber sicher die glatte Niederlage (13.15, 8:15) von Ulrike Schmidt und Jana Vollmer gegen Mireya Kaup mit ihrer neuen Partnerin Claudia Pavlicek. Kaup/Pavlicek setzten sich auch gegen Claassen/Petzold und gegen Pianka/Williams durch und belegen einen Platz im anderen Halbfinale.

Maike Friedrichsen und Danja Müsch schieden nach tollen Spielen gegen Pianka/Williams (20:22, 11:15) und Schmidt/Vollmer (17:15, 12:15, 14:16) aus und belegten ebenso Rang 7 wie Katrin Petzold mit Beate Wand. Ulrike Schmidt und jana Vollmer konnten sich anschließend auch gegen Silke Schmitt und Gudula Krause (ehemals Staub) durchsetzen und mussten im Halbfinale erneut gegen edie Münchnerinnen Kaup/Pavlicek antreten. Und nachdem der erste Satz mit 21:13 klar an Schmidt/Vollmer ging, steigerten sich die Münchnerinnen, gewannen die nächsten beiden Sätze mit 21:19 und 15:13 und zogen somit in ihrem ersten gemeinsamen Masters-Turnier, an Platz 11 gesetzt, ins Finale ein.

Und Gegner im Finale war Mireya Kaups letztjährige Teamgefährtin Okka Rau, die sich mit 22:24, 21:19 und 15:7 gegen Pianka/Williams durchsetzen konnten. Es entwickelte sich ein spannendes Finale, in dem die Außenseiter Kaup/Pavlicek den ersten Satz dominierten und verdient mit 21:15 gewannen, sich dann aber die Athletik des deutschen Nationalteams Nr. 3 durchzusetzen begann. Mit 21:17 ging der zweite Durchgang an Okka Rau und Steffi Pohl. Doch im dritten Durchgang von Anfang bis Ende ein Kopf an Kopf Rennen, das durch einen Fehler von Claudia Pavlicek entschieden wurde. Mit 15:13 im dritten Satz holten sich die Fischbekerin Okka Rau gemeinsam mit Steffi Pohl (Berlin) ihren ersten Masters-Titel.

Peter Neese

 

Hamburger Morgenpost, 21.5.

Ahmann/Hager: Der Hamburg-Fluch

Einmal im Jahr wird das Heiligengeistfeld zum Strand - zum Start der Beachvolleyball-Masters-Serie. Und der Wettergott zeigte ein Herz für Hanseaten. Nachdem die "Baggerparty" zuletzt regelmäßig ins Wasser gefallen war, blieben am Wochenende insgesamt 21000 Fans trocken. Einem populären Teilnehmer verhagelte es dennoch die Laune: Olympia-Held Jörg Ahmann (ETV) scheiterte an der Seite von Axel Hager auch im dritten Anlauf, vor heimischer Kulisse ein Finale zu gewinnen - und suchte die Schuld ausgerechnet beim Publikum.

"Das war doch kein Heimspiel", schimpfte der Bronzemedaillengewinner von Sydney nach der Endspielniederlage gegen das Schweizer Brüderpaar Paul und Martin Laciga. "Ich habe nur die zehn Schweizer Fans gehört".

Der 35 Jahre alte Oldie muss sehr genau hingehört haben, denn an Unterstützung für die Lokalmatadore haperte es nicht am "Heiligengeiststrand". Zumindest konnten die Zuschauer nichts dafür, dass Ahmann beim Stand von 19:20 im ersten Satz eine Angabe ins Netz drosch und den Durchgang damit entschied. Ein genervter Ahmann nannte das hinterher "Netzroller"...

Wesentlich entspannter zeigte sich Axel Hager, obwohl auch der zweite Satz mit 19:21 an die Weltranglistendritten aus der Alpenrepublik ging, die nun bereits drei Hamburg-Siege auf ihrem Konto haben und die Angstgegner der Lokalmatadoren sind. "Ich bin trotzdem zufrieden", bilanzierte Hager, "wir haben gut gespielt." Was den 32-Jährigen - neben 4800 Mark Preisgeld - besonders freute: Die lädierte Schulter machte kaum Probleme. "Hägar" blockte am Netz wie eine Wand und hatte "endlich wieder Vertrauen in die Schlaghärte."

Während das favorisierte Frauenteam Danja Müsch und Maike Friedrichsen 8Platz sieben) frühzeitig die Koffer packen musste, strahlte Veranstalter Frank Mackerodt schon vor dem Damen-Finale (Die Fischbekerin Okka Rau siegte mit Stephanie Pohl in drei Sätzen gegen Mireja Kamp/ Claudia Pavlicek, München) in den wolkenverhangenen Himmel: "Ich bin absolut glücklich. Wir hatten mehr Fans denn je, vernünftiges Wetter und das Traumfinale bei den Herren - eine rundum gelungene Sache." Die Hamburger sahen es genau so - außer Jörg Ahmann.

Guido Behsen

 

Hamburger Abendbaltt, 21.5.

Okka Rau: Beach-Queen von St. Pauli

Hamburg - Jörg Ahmann (35) und seine Kollegen machten Jagd auf Okka Rau (24). Nicht etwa, dass sich Ehefrau Andrea, mit Ersatz Beate Wand (Münster) diesmal Neunte, Sorgen hätte machen müssen. Der Olympiadritte folgte einem Beachvolleyballer-Ritual: Wer hierzulande sein erstes D2-Masters-Turnier gewinnt, der bekommt eine persönliche Sektdusche.

Rau wurde richtig nass. Die 1,80 Meter große (Indoor-)Libera des Bundesliga-Rückkehrers TV Fischbek stand mit Steffi Pohl (23; 1,85 m) nach 2:1-Sätzen (15:21, 21:17, 15:13) im Endspiel auf dem Heiligengeistfeld ganz oben. Knapp hatte das dritte National- und neue "Venice-Beach-"Juniorteam die Überraschungsfinalistinnen Mireya Kaup (27; Starnberg) und Claudia Pavlicek (24; Lohhof) bezwungen. Hinter der Bande grinste Honorarcoach Olaf Kortmann (45) in seinen Rotbart. In Tunesien hatte der frühere HSV-Meistermacher Rau/Pohl getrimmt; eigentlich hätten die Queens von St. Pauli beim World-Tour-Turnier in Mexiko angreifen sollen.

"Er ist und bleibt ein Erfolgstrainer - sogar am Beach", meinte Okka Rau. Kortmann: "Dieses Ergebnis macht Mut für die nächsten Wochen." In denen werden Rau/Pohl, die schon beim Beach-Cup in Oldenburg obsiegt hatten, in Kiel trainieren, um bis zum Masters in Essen (8.-10. 6.) national weiter abzuräumen.

Herumschlagen müssen sich nicht nur die Topteams - Maike Friedrichsen/Danja Müsch enttäuschten als Siebte, Ulrike Schmidt und Knie-Rekonvaleszentin Jana Vollmer ließen das kleine Finale sausen - mit der Rally-Point-Zählweise (jeder Ball zählt). Trotz des "Vabanque-Spiels" (Hager) waren bei den Männern die Favoriten unter sich.

Ahmanns Serie von sechs Siegen mit ETV-Partner Axel Hager (32) wurde nach einer unverhofften 1:2-Auftaktpleite gegen Morten Klein/Gregor Rolinksi (Kiel/Berne) nicht vom ersten Hamburg-Sieg gekrönt: Im Finale unterlagen die Bronze-Boys den im Aufschlag, Angriff und Block etwas aggressiveren Weltranglistendritten und Europameistern Martin und Paul Laciga mit 0:2 (19:21, 19:21) - dritter Triumph der Schweizer nach 1996 und 1998. "Daran müssen wir noch arbeiten", sagte Ahmann, der erst "den Affen machen musste", um das Publikum im zweiten Satz (15:14-Führung) richtig zu animieren.

Wie Ahmann und Hager vor insgesamt 21 000 Besuchern ins Turnier hineinfanden, nötigte aber nicht nur Veranstalter Frank Mackerodt Respekt ab: "Davor ziehe ich den Hut." Hüne Hager ignorierte seine latenten Schulterschmerzen und war guter Dinge: "Den Hamburg-Sieg haben wir uns fürs nächste Jahr aufgespart." Laut Meinung der Bürgerschaft soll 2002 die Premiere auf dem Rathausmarkt folgen.

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DVV-News, 19.5.

Gewinnen Ahmann/Hager das erste Mal in Hamburg?

Endlich hat das lange Warten ein Ende, seit heute pritschen und baggern die besten Beach-Volleyballer Deutschlands wieder auf der D2 Masters Tour. Wie immer findet das Auftaktturnier in Hamburg statt - vom 18.-20. Mai ist das Heiligengeistfeld Schauplatz in Hamburg. Und die Creme de la Creme des deutschen Beach-Volleyballs hat sich für Hamburg angesagt: Oliver Oetke/Andreas Scheuerpflug, Markus Dieckmann/Jonas Reckermann, Maike Friedrichsen/Danja Müsch, Ulrike Schmidt/Jana Vollmer und natürlich Die Bronzemedaillengewinner von Sydney, Jörg Ahmann/Axel Hager. Sie wollen endlich in ihrer Heimatstadt gewinnen - dies ist ihnen bisher immer verwehrt worden. Und ob es dieses Mal reicht? Denn neben der nationalen Konkurrenz hat sich auch Europas bestes Duo angesagt, die Schweizer Brüder Martin und Paul Laciga

Am Wochenende gibt es "Volleyball satt" im TV: vom D2 Masters in Hamburg berichtet der NDR am Samstag und Sonntag ausführlich, an den gleichen Tagen sendet B1 45-minütige Aufzeichnungen der Weltligabegegnungen Deutschland - Brasilien in Berlin.

 

Hamburger Abendblatt, 19.5.

Ahmann/Hager sind telegen

Hamburg - Ihr letztes Spiel machten sie am 26. September im kleinen Finale von Sydney - bei Regen. An diesem Sonnabend servieren die Olympiadritten Jörg Ahmann/Axel Hager (ETV) auf dem Heiligengeistfeld. Bei Sonne?

Nach ihrem Auftakt um 10.30 Uhr beim D2 Masters schickt N3 die Hamburger von 15 Uhr an live in den Sand und auf Sendung. Ahmanns Frau Andrea betreut derweil Tochter Mirea (2) oder spielt selbst: Mit Ersatzpartnerin Beate Wand (Münster) ist die Vizemeisterin an Nummer fünf gesetzt. Beate Paetow (Henstedt) qualifizierte sich mit Conny Schellenberg (Starnberg) für das Frauenfeld (16 Duos).

Ins Männerfeld (24 Teams) schmetterten sich überraschend die Hamburger Niclas Hildebrand/Jörg Zmija (ETV).

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18. Mai 2001 / Die Tageszeitung

Auf dem Pflaster liegt der Strand

Dieses Wochenende startet die Beachvolleyball-Masters-Tournee in Hamburg

Nur die kommenden 100 Tage zählen. Der Rest des Jahres exis-tiert nicht. Heute Mittag um 13 Uhr wird die Beachvolleyball-Saison eröffnet, und die ganze Strand-Szene blickt auf das Heiligengeistfeld. Drei Monate später, nach dem Finale am Timmendorfer Strand, ist alles vorbei und die Aschermittwochsgefühle werden von der Brandung ins Meer gespült.

Hamburg heißt Hoffnung, vor allem für diejenigen, die heute in der Qualifikation starten, um morgen im Hauptfeld ab 9 Uhr am Lack der Spitzensportler kratzen zu dürfen. Eventuell sind die überlegenen Nationalteams wie Jörg Ahmann/Axel Hager (siehe Interview Seite 18) und die Deutschen Meister Oliver Oetke/Andreas Scheuerpflug nicht ganz konzentriert und einem Außenseiter gelingt ein Überraschungs-Coup. Unter den Hoffnungsvollen sind Niclas Hildebrand mit Partner André Bolten vom Zweitligisten Eimsbüttler TV und die amtierenden Hamburger Meister Stefan Nickel und Mathias Nupnau vom Verbandsligisten SV Friedrichsgabe.

Aufgrund der Ranglistenberechnung war es für die Sportler in der Vergangenheit schwer, innerhalb eines Jahres ins Hauptfeld zu rü-cken, doch mit der Veränderung des Modus gewinnt vor allem das Auftakt-Turnier der Serie an Bedeutung. "Die Veränderung der Rangliste soll für mehr Durchlässigkeit sorgen und Teams, die einen ganzen Sommer lang konstant gute Leistungen liefern, belohnen", erläutert der Herr des Sandes, Frank Mackerodt.

Bislang wurde die nachwachsende Beach-Generation jedes Jahr größer und diesen Sommer klopfen die Jungen und Mädchen bereits mit dem Vorschlaghammer gegen die Tür des Establishments. Jonas Reckermann, David Klemperer, Niklas Rademacher, Stephanie Pohl, Okka Rau und Geske Banck sind gut genug, sich Respekt zu erspielen und mehr als die 300 Mark Preisgeld für die hinteren Plätze einzustreichen.

Am oberen Ende der Hierarchie wird die Luft für den Nachwuchs allerdings dünn: "Wenn wir gesund sind, schlägt uns keiner", prophezeit Axel Hager, der fröhliche Eimsbütteler Blockspieler von jenseits der Zwei-Meter-Höhenmarke. Im letzten Jahr als Europas Beachvolleyballer des Jahres geehrt, möchte er zum ersten Mal das Turnier in seinem Wohnort gewinnen. Nachdem die lange Zeit ungeklärte Schulterverletzung enträtselt und der Marathon aus Ehrungen und offiziellen Empfängen mit der gewonnenen Olympia-Medaille um den Hals ausgestanden ist, freut sich der Hagere wieder auf den Rummel um das Sandfeld. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, müssen Ahmann/Hager nicht nur auf die nationalen Rivalen aufpassen: Heiße Mitbewerber um die 6000 Mark Siegprämie sind die Schweizer Brüder Paul und Martin Laciga, das drittbeste Team der Weltrangliste.

Geldsorgen hat der Beach-Zirkus derzeit keine. Seit Sydney klingelt die Kasse, Sporttreibende sowie Veranstaltende freuen und die Sponsoren drängeln sich. Mit 520.000 Mark Preisgeld ist die Mas-ters-Tour seit Jahren die größte nationale Turnierserie außerhalb der USA und protzt nun zusätzlich mit TV-Übertragungszeiten. Der post-olympische Boom wird das Spektakel noch größer und das dynamische Strandballspiel noch beliebter machen. Ein prächtig wachsender Wirtschaftskreislauf der Entertainment-Industrie - trotz Rezession.

Hoffnung hat Frank Mackerodt auch, wenn er an den neuen Turnierort denkt: Nachdem die Bürgerschaft sich vor einer Woche einstimmig für eine Durchführung des Turniers im Jahr 2002 auf dem Rathausmarkt ausgesprochen hat, dürfte die schikanöse Odysee durch die Großstadt beendet sein. Endlich kommt die beliebte Sportart mit dem netten Image dahin, wo sie hingehört: Mitten in die konsumfreudige Innenstadt und trägt zur Belebung der City bei. Vielleicht scheint dann die Sonne und der Geruch von Sonnenöl liegt in der Luft. Ahmann/Hager sind gesund und gewinnen endlich das Turnier, während die Erste Bürgermeisterin Sonnenstühle auf den Rathausbalkon räumt und Reisenden kühle Getränke zum Schlürfen und einen Sitzplatz anbietet.

Oliver Camp

 

Freitag, 18. Mai 2001 / Die Tageszeitung

"Wird noch schöner"

Die Bronzemedaille bei Olympia brachte Jörg Ahmann und Axel Hager einen Gehaltssprung. Heute starten beide in die Beachvolleyball-Saison

taz: Vor eineinhalb Jahren haben Sie Spendenaktien für 333 Mark das Stück an Hobbyvolleyballer ausgegeben, um Ihre Trainingslager finanzieren zu können. Neuemissionen zur Kapitalakquise sind derzeit wohl nicht nötig, oder?
Jörg Ahmann: Nein, zum Glück nicht. Sydney hat bei uns einen 50-prozentigen Gehaltssprung bewirkt. Das Interesse ist einfach riesig groß und es ist für uns noch immer ungewohnt, Einladungen absagen zu müssen, weil wir das Training nicht verschludern dürfen. Die Aktien-Aktion konnte aber auch schon deshalb nicht weitergehen, weil die Geschäftsstelle des Deutschen Volleyball-Verbandes damit einen außergewöhnlich großen Arbeitsaufwand hatte.

Eigentlich soll man ja aufhören, wenns am schönsten ist ...
Axel Hager: Es wird noch viel schöner! Wir haben noch sportliche Ziele, zum Beispiel die Goodwill-Games im australischen Brisbane. Und nachdem wir in den vergangenen beiden Jahren jeweils an einem Sonntagmorgen in Timmendorfer Strand gepatzt haben, wollen wir mal wieder deutsche Meister werden. Jetzt aufzuhören wäre blöd, denn die Medaille ist wie ein Sechser im Lotto. Niemand in einer vergleichbaren beruflichen Situation würde nach einer erfolgreichen Markeneinführung das Produkt vom Markt nehmen.

Warum spielen Sie überhaupt noch miteinander? Die anderen Beachvolleyballer in Deutschland wählen sich fast jedes Jahr einen neuen Partner.
Ahmann: Die Partnerwechsel resultieren oft aus der Hoffnung, mit einem anderen Partner erfolgreicher sein zu können. Bei uns gab es solche Situationen nicht.
Hager: Wir sind jetzt im neunten Jahr zusammen und natürlich nicht mehr jungfräulich, aber für mich gibt es keinen besseren Abwehrspieler als Jörg. Warum sollte ich da wechseln wollen?

Gäbe es das Duo Ahmann/Hager auch noch, wenn Sie sich nicht für Sydney qualifiziert hätten?
Ahmann: Wir haben nie explizit darüber gesprochen, aber unterschwellig gab es das Thema schon.

Die Organisatoren und Sponsoren der Tour verkünden siegesgewiss, dass Beachvolleyball nun Massensport sei. Sehen Sie hierfür Indizien?
Hager: Da muss man differenzieren zwischen den Freizeitaktivitäten von Urlaubenden am Strand und geregeltem Wettkampfbetrieb. Mittlerweile ist ja an den Küsten kein Sandflecken mehr unbespielt. Die meisten haben zwar eine grausame Technik, aber bevor es irgendetwas anderes ist, ist es Beachvolleyball.
Ahmann: Die Zahl der neu entstehenden Felder ist schon ein Hinweis auf die gewachsene Popularität. Und die zunehmenden Fernsehübertragungen werden den Effekt verstärken.

Wie sehr hat Ihr Erfolg an diesen Dingen Anteil? Haben Sie schon Dankesbriefe der Ballhersteller erhalten oder sind Sie gar an deren überproportionalen Umsatzsteigerungen von 15 Prozent beteiligt?
Hager: Ich bin schon stolz auf meine Leistungen, aber den Dicken mach ich wegen dieser kleinen Medaille nicht. Das Ganze war ein Ausflug, der toll gelaufen ist. Ich will keine Sonderbehandlung deswegen.
Ahmann: Wenn Veranstaltungen wie das Beachvolleyball-Hallenturnier in Hannover aufgrund unseres Erfolgs möglich werden, eben weil es endlich Sponsoren gibt, dann freut mich das und verbreitet ein angenehmes Gefühl. Mehr aber nicht.

Warum gilt Deutschland hinter Brasilien und den USA als die dritte Kraft im weltweiten Strandwettkampf?
Hager: Ist das so?

Immerhin konnte der Deutsche Volleyball-Verband wie die USA und Brasilien die erlaubte Höchstzahl an Teams für Olympia melden, nämlich je zwei bei Frauen und Männern.
Ahmann: Für das vergangene Jahr mag der dritte Platz angemessen sein. Insbesondere aufgrund der drei Nationalteams nimmt Deutschland eine Sonderstellung ein; ein gutes Team haben viele Nationen.
Hager: Zudem ist die Talentförderung in Deutschland mittlerweile ganz passabel. Hinzu kommt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus osteuropäischen Ländern noch nicht gezielt am Strand gefördert werden, sondern meist das ganze Jahr in der Halle spielen.

Auch Sie haben im Winter beim Zweitligisten Eimsbüttler TV in der Halle gespielt. Warum?
Ahmann: Ich war dort zum ersten Mal in der Funktion als Spielertrainer eingebunden. Das war sehr spannend. Hätte ich aber gewusst, dass ich in Sydney eine Medaille hole, hätte ich das nicht gemacht. Die Doppelbelastung -Trainer einerseits, der ganze Bronze-Rummel andererseits - war einfach zu groß. Wobei mir die neue Rolle schon sehr viel Spaß gemacht hat, zumal wir lange Zeit in der Tabelle mit oben standen.
Hager: Ich spiele seit Jahren bei den "Büttels" und werde das auch weiter machen. Mit dem neuen Trainer, Bernd Schlesinger, schaffen wir mittelfristig vielleicht sogar den Aufstieg in die erste Liga. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann - natürlich immer unter der Prämisse, dass mein Strandtraining Vorrang hat -, dann tue ich das gern.

Das Interview führte Oliver Camp

 

Hamburger Abendblatt, 10.5.

Stars baggern auf dem Kiez

Hamburg - Werner von Moltke hat noch Visionen. Geht es nach dem Präsidenten des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), ist der Bronzemedaillengewinn der Beach-Boys Jörg Ahmann (35) und Axel Hager (32) in Sydney "fast gleichzusetzen" mit dem Volleyball-Boom nach Olympia 1972 in München.

Antwort gibt das Auftaktturnier der D2 Masters Tour. Vom 18. bis 20. Mai startet die Beachvolleyball-Serie auf dem Heiligengeistfeld. Auf St. Pauli liegen für 24 Männer- und 16 Frauenduos wie bei sieben weiteren Turnieren 50 000 Mark, beim Finale in Timmendorferstrand (24.-26. 8.) sogar 120 000 Mark Preisgeld.

Einziger neuer der fünf Tourgeldgeber ist Ahmann/Hagers Sponsor "Nivea". Im Erfolg sonnen sich aber weder Ahmann noch Tourmanager Frank Mackerodt, der mit Veranstalter MNP "so viel TV-Zeiten wie nie" verbuchen kann. Allein aus Hamburg übertragen ARD und N 3 zweieinhalb Stunden, das Männer-Finale am 20. Mai (11.45 Uhr) live. "Wir nähern uns einer recht guten Form", sagte Ahmann, der mit ETV-Kamerad Hager 24 Tage in Kalifornien und zehn in der Türkei für den ersten Hamburg-Sieg trainierte.

Leichter wirds auch diesmal nicht: Weil das World-Tour-Turnier in Rosarito (Mexiko) abgesagt wurde, wollen außer allen deutschen Topteams auch internationale Stars auf dem Kiez baggern: Im DVV-Beach-Büro in Frankfurt/Main gab es schon eine Anfrage aus der Schweiz: Martin und Paul Laciga, heute und morgen Gastgeber bei einem Einladungs-Event für Ahmann/Hager, blockten die Hamburger schon 1996 und 1998 ab . . . Trotz des Topfeldes: "Rundum glücklich" wäre Mackerodt, wenn das Masters 2002 auf dem Rathausmarkt gastierte. Dem Sportausschuss der Bürgerschaft hat er sein Konzept präsentiert, bis Ende Mai soll die Entscheidung fallen.

(str)

 

Kieler Nachrichten, 10.5.

Hamburger Sand zieht Volleyballer an

In einer Woche beginnt die Beachvolleyball-Masters-Tour 2001 auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg und erfährt dabei so viel Interesse wie nie zuvor. "Olympia hat gewaltige Auswirkungen", stellte Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes gestern bei der Auftaktpressekonferenz in Hamburg fest.

Was die anwesenden Beach-Nationalcracks Ulrike Schmidt und Jana Vollmer sowie der Hamburger Sydney-Bronzemedaillen-Gewinner Jörg Ahmann zudem äußerten, klingt vielversprechend. "Nach der Absage des World-Turniers in Mexiko wird der Run auf Hamburg groß sein", kündigte der 35-jährige Ahmann viel Klasse an. Mit Partner Axel Hager werde er außerdem bei zwei weiteren Masters-Turnieren und den deutschen Meisterschaften in Timmendorf vom 24. bis 26. August starten, um Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug den Titel streitig zu machen.

Neben Schmidt/Vollmer und Maike Friedrichsen/Danja Müsch starten auch die Kieler Hoffnungsträger Okka Rau und Stephanie Pohl in Hamburg in die neue Saison. Bei den Männern präsentiert sich der Kieler "U23"-Europameister David Klemperer mit seinem neuen Partner Niklas Rademacher. Kjell Schneider spielt weiterhin mit Malte Homeyer.

(tas)

 

Hamburger Morgenpost, 10.5.

Danja & Maike baggern auf dem Kiez

Während der Pressekonferenz am St. Pauli Fischmarkt zum Auftakt der deutschen Beach-Volleyball-Serie 2001 herrschte strahlender Sonnenschein über Hamburg. Hoffentlich ein gutes Omen für den Tourstart (18. - 20. Mai) auf dem Heiligengeistfeld. Denn in den vergangenen zwei Jahren fielen zunächst die Pressegespräche ins Wasser - und anschließend das Turnier.

"Zuletzt gab es am Finaltag Blitz und Donner", erinnert sich Tourmanager Frank Mackerodt: "Eine Katastrophe", so der Veranstalter, die sich aber nicht wiederholen dürfte: Die Aussichten für das Turnier-Wochenende sind gut.

Diesmal soll es also ausschließlich auf dem heißen Sand krachen, dafür aber mächtig. Denn mit sechs Nationalteams (drei bei den Damen, drei bei den Herren) ist, neben internationalen Stars, die gesamte deutsche Elite am Start. Während bei den Mädels die Augen vor allem auf Maike Friedrichsen und Danja Müsch gerichtet sein werden, stehen bei den Männern - natürlich - die "Olympia-Helden" Jörg Ahmann und Axel Hager im Rampenlicht, die in Sydney sensationell Bronze holten.

Und beide brennen darauf, endlich wieder auf dem Kiez zu baggern. "Zweimal sind wir in Hamburg zuletzt Zweite geworden", sagt Ahmann. "Jetzt wollen wir den Masters-Sieg!"

 

Die Welt, 10.5.

Masters Tour lebt vom Schub des Olympia-Erfolgs

Werner von Moltke gerät ins Schwärmen, wenn er über die positiven Effekte der olympischen Bronze-Medaille der Hamburger Beach-Volleyballstars Jörg Ahmann und Axel Hager spricht. "Die Auswirkungen sind gewaltig, man kann das mit dem Schub vergleichen, den der Volleyballsport nach den Olympischen Spielen 1972 in München erfuhr", sagt der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbands.

In den kommenden Wochen gilt es, die durch den Erfolg von Sydney gewonnene Bekanntheit und Popularität hierzulande umzusetzen. Freitag in einer Woche startet auf dem Hamburger Heiligengeistfeld die neue Masters Tour mit insgesamt neun Turnieren inklusive der Deutschen Meisterschaften vom 24. bis 26. August in Timmendorfer Strand.

Vermarktet wird die seit 1994 existierende Tour weiterhin von der Hamburger Agentur MNP, deren Geschäftsführer Frank Mackerodt selbst Nationalspieler war. "Wir haben so viel Fernsehzeiten wie noch nie. Allein aus Hamburg berichtet N 3 zweieinhalb Stunden live", berichtet er. Zudem würden jetzt die Sponsoren Schlange stehen: "Sony hatte etwas zu lange mit der Verlängerung gezögert. Sofort ist Nivea hineingerutscht." Vier weitere Partner (D2, Jever, Seat und Venice Beach) besaßen noch Verträge.

Beim Tournee-Auftakt in Hamburg werden die Lokalmatadoren Ahmann/Hager im Blickpunkt stehen, schließlich ist es ihr erster gemeinsamer Auftritt in Norddeutschland seit dem Erfolg von Sydney. "Wir werden uns sehr anstrengen, dass wir nach zwei Jahren endlich mal wieder ein deutsches Masters-Turnier gewinnen", verspricht Jörg Ahmann. Derzeit sei auch die verletzungsanfällige Schulter seines Partners Axel Hager wieder in Ordnung. "Probleme bekommt er meist nur, wenn es nicht so schön warm wie jetzt ist",. sagt Ahmann. Als härteste Konkurrenten dürften sich Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug sowie Markus Dieckmann und Jonas Reckermann erweisen. Bei den Frauen werden an der Spitze wieder Danja Müsch und Maike Friedrichsen sowie die neuformierten Ulrike Schmidt/Jana Vollmer und das Nachwuchsteam Stephanie Pohl/Okka Rau erwartet.

Unterdessen bemüht sich Werner von Moltke, die Beach-Volleyball-Weltmeisterschaft 2003 noch nach Deutschland zu holen. Bislang ist sie an Brasilien vergeben. "Die Tennisanlage am Rothenbaum wäre dafür ein idealer Standort, weil dort ein großes Stadion und viele kleinere Plätze für weitere Spiele und das Training vorhanden sind. Aber leider gibt es dort ja große vertragliche Probleme, so etwas genehmigt zu bekommen", sagt von Moltke. Erster Anwärter auf die WM sei deshalb Berlin.

C.H.

 

 © 1999-2001 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel