Neueste Informationen zum Regelwerk

Beach-Volleyball

Die FIVB, der Volleyball-Weltverband, hat auf seinem Beach-Volleyball World Council am 23. Oktober in Lausanne einschneidende Regeländerungen für die Sportart beschlossen, die ab 1. Januar 2001 gültig sind und zunächst für ein Jahr getestet werden.
Zum einen wird das Feld auf 8 x 16 Meter verkleinert (bisher 9 x 18 Meter), zum anderen wird auch für die Strandvariante die Ralley-Point Zählweise eingeführt. Es wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt, ein entscheidender dritter Satz endet bei 15 Punkten, in allen Sätzen ist eine Mindestdifferenz von zwei Punkten erforderlich.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, Beach-Volleyball durch mehr und längere Ballwechsel attraktiver zu machen. Insbesondere bei den Männern waren in letzter Zeit vermehrt kurze Ballwechsel zu sehen. Durch die Feldverkleinerung hat die verteidigende Mannschaft nun deutlich mehr Chancen, den Angriff des Gegners abzuwehren oder zu erlaufen.

Frank Mackerodt, Promoter der D2 Masters und bei der Sitzung anwesend, meinte: "Ich halte die Regeländerungen für extrem wichtig. Damit haben wir häufiger längere Ballwechsel und das fehlte insbesondere im Männerbereich".

Bronzemedaillengewinner Jörg Ahmann sagte zu der Entscheidung von Lausanne: "Es war mir klar, dass das Ralley-Point-System kommt, aber das mit der Spielfeldverkleinerung ist hoffentlich eine Ente. Unser Sport war mit dem Turnier in Sydney endlich voll etabliert und nun diese Änderung. Damit machen die unseren Sport endgültig kaputt".

 

Hallen-Volleyball

Die FIVB hat auf ihrem Weltkongress in Sevilla im August 2000 einen neuen Regeltext verabschiedet. Dieser weist viele redaktionelle, aber nur wenige inhaltliche Änderungen (gegenüber dem derzeitigen Stand) auf. Für den Spielverkehr sind folgende Punkte zu beachten:

  1. Die bisher "zur Probe" eingeführte neue Regel bezüglich der Netzberührung des Balles beim Aufschlag wurde endgültlig bestätigt.

  2. Über die Interpretation der Regel 8.2 (Ausnahmsweise Auswechslung) hatte es in letzter Zeit einige Irritationen darüber gegeben, inwieweit solche Auswechslungen im Rahmen der 6 zur Verfügung stehenden Auswechslungen zu zählen sind. Im neuen Regeltext wird nun explizit festgehalten, dass eine ausnahmsweise Auswechslung in keinem Fall (also auch nicht, wenn noch nicht alle regulären Auswechslungen erschöpft sind) zum dem "Kontingent" der 6 möglichen Auswechslungen zu zählen ist.

  3. Festgelegt ist nun auch, was zu geschehen hat, wenn eine Austauschaktion mit dem Libero noch nach dem Pfiff des Schiedsrichters zum Aufschlag (und bevor der Ball geschlagen wird) stattfindet: Das Spiel wird nicht unterbrochen, nach dem Spielzug wird die betreffende Mannschaft verbal verwarnt. Im Wiederholungsfall wird eine Sanktion für Verzögerung ausgesprochen.

  4. Die Befugnisse des 2. Schiedsrichters sind wie folgt eingeschränkt: Er entscheidet nicht mehr

    - über Fehler beim Angriffsschlag von Hinterspielern (gemäß Regel 14.3.3) oder des Liberos (8.5.2.2 b) oder nach einem Zuspiel des Liberos in der Vorderzone (8.5.2.2 d); (die Entscheidung über Fehler beim Block von Hinterspielern oder Libero bleibt in der Zuständigkeit des 2. Schiedsrichters);

    - über Bälle, die die senkrechte Ebene des Netzes außerhalb des Überquerungssektors in Richtung des gegnerischen Feldes überfliegen oder die Antenne berühren (Regeln 9.4.3, 9.4.4). Das Anzeigen derartiger Fehler gehört zum Aufgabenbereich der Linienrichter (soweit vorhanden).

    (Die Bestimmung der Regel 24.2.2 bleibt davon unberührt!)
Gemäß einem bereits erfolgten Beschluss des DVV gilt die Regel unter Punkt 1) ab sofort für den gesamten DVV-Spielverkehr. Die Bestimmungen gemäß den Punkten 2) - 4) sind ebenfalls ab sofort anzuwenden. 

Alle genannten Neuregelungen gelten auch für die kommenden Europapokal-Spiele.

Eine Neuauflage des deutschen Regelbuches ist etwa Anfang 2001 zu erwarten.

Fred Kröger, Alexander Mühle (Bundesschiedsrichterausschuss)

 

 © 1999-2001 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel