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Donnerstag, 08. Januar 2004 

Multitalent Corinna Krome
Großes Gejammer vor der kleinen Chance
Grenzen des Volleyballs - Der Kommentar
Ahmann/Hager fasziniert von der Regenwaldpracht!
ASV meldet sich eindrucksvoll zurück
Olympia-Quali Baku: EM-Revanche misslungen
Leipzig: Polen oder Deutschland?
Olympia wohl ohne DVV
TVF: Als Außenseiter nach Schwerin

Januar 2004

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Norddeutschland - Harburger Rundschau 

Donnerstag. 08. Januar 2004

Multitalent Corinna Krome

Jorks Volleyballerin beherrscht auch andere Disziplinen

Jork - Sie ist ein echtes Multitalent: Corinna Krome könnte bei den Volleyball-Frauen des TuS Jork eigentlich ebenso für ein Showprogramm eingesetzt werden wie auch erfolgreich auf dem Feld in der Regionalliga. "Mir macht einfach vieles Spaß", sagte die 17-Jährige, die seit dieser Saison bei den Altländerinnen blockt, schmetttert und baggert.

Denn neben dem Sport begeistert sich die Gymnasiastin auch für Musik. Klavier, Gitarre und Saxophon spielt sie selbst, früher sang sie in einer Rockband. "Heute trete ich gelegentlich mit einer Freundin auf, die die Hauptstimme übernimmt", erklärte sie. Dann gehören Blues- und Jazzsongs zum Repertoire. Dabei spielt Krome nicht nur Lieder nach: "Wir machen auch eigene Sachen."

Sport und Musik halten sich bei der Zwölftklässlerin der Lüneburger Wilhelm-Rabe-Schule die Waage. "Mir ist beides gleich wichtig", sagte sie. Doch der Aufwand für Volleyball ist jetzt deutlich größer geworden. Baggerte die Universalspielerin im vergangenen Jahr noch im Verbandsliga-Club Treubund Lüneburg, so wechselte die niedersächsische Jugend-Auswahlspielerin der besseren sportlichen Perspektive Willen in dieser Saison nach Jork. "Dass ich gleich so viel spielen würde, hätte ich nicht gedacht", sagte sie.

Da fällt dann auch die Fahrerei an zwei Tagen in der Woche leichter. Zum Glück hat sie mit Benjamin Behr einen freundlichen Chauffeur gefunden. Der 22-Jährige aus Jork spielt im Männer-Oberligateam, studiert und wohnt aber seit kurzem in Lüneburg. Da beide Teams gleichzeitig trainieren, bot sich die Fahrgemeinschaft in Behrs rotem Renault an.

"Wir kannten uns ja vorher nicht. Aber er ist ein sehr lustiger Typ", sagte Corinna Krome. Gut eine Stunde dauert eine Fahrt. "Die Zeit vergeht häufig wie im Fluge", erzählte die Neu-Jorkerin.

Wie lange die sympathische Schülerin, die es auf Grund ihres freundlichen Wesens sogar schon zu einem eigenen kleinen Fanclub in Jork gebracht hat, noch schmettern will, kann sie momentan nicht sagen. "Ich weiß nicht, wie hoch die Anforderungen in der Schule mit dem Abitur werden", sagte sie. Derzeit gibt es mit den Leistungskursen Deutsch und Geschichte und einem Notenschnitt von 1,8 allerdings keine Probleme.

Klar ist aber, dass sie im Sommer wieder Beachvolleyball spielen wird. Mit ihrer Lüneburger Partnerin Silke Hansen erschmetterte sie sich in der anspruchsvollen niedersächsischen Serie einen Rang unter den besten 25 Paaren. "Da spielt auch meine Größe keine so große Rolle", sagte Corinna Krome.

Denn mit knapp 1,70 Meter gibt es im höherklassigen Volleyball auf Dauer nur eine Perspektive für sie - als Libera. Sie würde auch auf das Schmettern verzichten, sollte so der Sprung in die 2. oder 1. Liga gelingen. "Reizen würde mich das schon", gib sie zu. Aber: Vielleicht taucht zwischenzeitlich eine neue Herausforderung auf. Denn auch im Snowboarden und beim Tennis zeigt sich Corinna Krome als begabt.

Manfred Schäffer

 

Deutschland - Die Welt 

Donnerstag. 08. Januar 2004

Großes Gejammer vor der kleinen Chance

Olympiaqualifikation der deutschen Volleyballprofis nach dem 2:3 gegen Polen sehr unwahrscheinlich

Auf die Pleite folgte eine ruhige Nacht. Erst gestern Nachmittag um fünf trommelte Bundestrainer Stelian Moculescu sein Volleyball-Nationalteam in der Leipziger Arena zum Training zusammen. Noch lässt sich das große Ziel erreichen: Nach dem Sieg über Bulgarien (3:0) und der Niederlage gegen Polen (2:3) müssen die deutschen Männer heute Russland, Silbermedaillengewinner bei Olympia in Sydney, schlagen, um die Chance zu wahren, sich für Athen zu qualifizieren. "Einmal bei Olympia", sagt Kapitän Wolfgang Kuck (36), "das wäre Wahnsinn."

Dem wähnten sich die deutschen Männer näher, als sie offenbar zugeben mochten. Gerade die Reaktionen nach der Partie gegen Polen verrieten, dass die Mannschaft sich mehr ausgerechnet hatte, als sie in der Partie zeigen konnte. Vor allem Coach Moculescu wollte nach dem wohl vorentscheidenden Patzer seine Enttäuschung kaum verbergen. Völlig genickt ging der ehrgeizige Trainer aus der Halle, den Kopf ließ er in untypischer Manier hängen - und keine Zweifel an seiner Gemütslage zu: "Du hast verloren, du bist draußen", fluchte er, "dass wir die Russen schlagen, ist eher unwahrscheinlich."

Von vornherein hatte der gewiefte Taktiker tief gestapelt: "Wir sind nur Außenseiter." Schließlich hatte sich seit der automatischen Teilnahme als Gastgeber 1972 in München kein deutsches Team mehr für die Spiele qualifizieren können, schließlich startete Deutschland lediglich als Weltranglisten-23. in das hochkarätig besetzte Turnier, schließlich qualifiziert sich nur der Finalsieger. Doch mochte Moculescu Dienstag partout nicht den Zweckoptimismus von Spielern wie Till Lieber teilen: "Wir haben eine kleine Chance gegen die Russen", tönte der Libero, "sie liegen uns."

Noch am Montagabend nach dem Erfolg gegen Bulgarien hatte Moculescu seine ganze Souveränität ausgestrahlt. Da hatte er sich im dunkelbraunen Anzug lässig zurück gelehnt, um sich an seine Anfänge im Amt zu erinnern. Im Herbst 1998 von einem angesichts der Leistungen des Teams verzweifelten Verband ins Amt gehievt, habe er in seinem ersten Länderspiel eine 0:3-Klatsche ("zu drei, zu vier, zu fünf") gegen das Volleyball-Entwicklungsland Belgien erlebt, derzeit Weltranglisten-54. hinter Guatemala, dem Kongo und Katar. Das Spiel wird Moculescu nie vergessen, weil es parallel zur Champions-League-Niederlage Bayern Münchens gegen Manchester United in Barcelona stattfand und so deutlich verlief, "dass ich im letzten Satz einen Spieler losgeschickt habe, um zu gucken, wie es beim Fußball steht".

Den lustlosen, desolaten Haufen drillte er seither zu einem Team, das nicht minder ambitioniert agiert als er. "Die Jungs", lobt er, "kommen wieder gern, um für Deutschland zu spielen." Moculescu hat soviel Druck gemacht, dass die Mannschaft trotz der horrenden Geldforderungen des gierigen Weltverbandes FIVB an der Weltliga teilnehmen konnte, um sich mit den Besten der Welt zu messen. 

Er hat seine Spieler ins Ausland zur Weiterbildung exportiert und bei der Vermittlung notfalls die Fäden gezogen, damit der Mut der jungen Leute ja nicht auf der Strecke bleibt. Schon mit dem siebten Platz bei der EM vor vier Monaten deutete die Mannschaft an, sich entwickelt zu haben.

Einen weiteren Schub offenbarte sie gegen Bulgarien. Umso frustrierter erlebte Moculescu, dass das Team gegen Polen die neue Qualität nicht bestätigte. Zu viele Fehler in allen Spielelementen, nicht genügend Druck auf den Gegner, und als dann selbst die Konstanten schlapp machten, wie der bei der EM zum Star aufgestiegene Diagonalangreifer Christian Pampel, der im vierten Satz ausgewechselt wurde, ließen sich die Defizite nicht mal mit Kampf kompensieren. Gegen die Russen muss nun Trotz helfen: "Du", fleht Zuspieler Frank Dehne, "musst wachsen an solchen Spielen."

Jörg Winterfeldt

 

Deutschland - Die Welt 

Donnerstag. 08. Januar 2004

Grenzen des Volleyballs - Der Kommentar

Es scheint wie verhext: Nacheinander verlieren beide deutschen Volleyball-Nationalmannschaften in der Qualifikation für Olympia gegen Polen. Erst am Dienstag die Männer, dann gestern die Frauen. Das bedeutet zwar noch nicht das endgültige Aus, zumindest aber für die Männer scheint der olympische Traum beendet - einen Sieg über Russland heute kann sich nicht mal Bundestrainer Moculescu vorstellen.

Alle Erkenntnisse deuten daraufhin, dass selbst ein so populärer Breitensport wie Volleyball in einem Erste-Welt-Land wie der Bundesrepublik derzeit fast an seine Leistungsgrenzen stößt. Nur weil der emsige Moculescu seine jungen Spieler mitreißt, traut man ihm zu, tatsächlich einen deutschen Sechser in Peking 2008 auf die olympische Spielfläche zu schicken. Aber selbst dann dürfte dabei sein alles bedeuten.

In einem Sport wie Volleyball, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist - auch weil er vom Fernsehen weitgehend ignoriert wird - und der sich selbst in der Spitze kaum eignet, seinen Profis Auskommen und Perspektiven zu verschaffen, hängt viel von den Führungspersonen und dem Idealismus ab, den sie ihren Akteuren abringen.

Dass der deutsche Volleyball in den vergangenen Jahren wieder einen leichten Aufstieg erlebt, verdankt er auch dem Verbandspräsidenten im Hintergrund: Werner von Moltke ackert für seine Sportler. Mal holt er eine Weltmeisterschaft der Frauen, dann eine Europameisterschaft der Männer und deren Olympiaqualifikation nach Deutschland, um die Perspektiven seiner Teams zu optimieren. Doch als Einzelkämpfer stößt auch der wackere Graf an seine Grenzen: So sitzt kein Deutscher im Vorstand des Weltverbandes FIVB, der entscheidet, wo die olympischen Qualifikationsturniere stattfinden.

Während in Deutschland das erste europäische mit fast allen Topteams steigt, folgen später weitere, die immer leichter werden, weil alle qualifizierten Mannschaften fehlen. Eines etwa veranstalten die Spanier, so dass deren Team in Leipzig keinen Druck verspürt. Wie sehr das Charisma des Trainers schließlich den letzten Ausschlag zum Erfolg gibt, beweist Moculescu im Vergleich zum Frauentrainer Hee-Wan Lee, der zwar eifrig ist und ein hervorragender Fachmann, aber dennoch eines nicht schafft: die besten Frauen des Landes zu motivieren, in seinem Team zu spielen - ohne Wenn und Aber.

 

Deutschland - Smash-News 

Donnerstag. 08. Januar 2004

Ahmann/Hager fasziniert von der Regenwaldpracht!

Beach-Volleyballer meistern erste Bergetappe ohne Probleme!

Tansania / Hamburg, 07. Januar 2004. Um 7.30 Uhr begann der erste Tag am Berg mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel Dik-Dik in Arusha (Tansania). Aber die Aufregung vor der ersten Bergetappe war Allen deutlich anzumerken. Anschließend wurde das Gepäck in einen Bus verladen und es ging zum Fuße des 5.892m hohen Kilimandscharos. Während der gesamten zweistündigen Fahrt leuchtete das Dach Afrikas vor ihnen in der Sonne - die Gipfelzone schneebedeckt. Das ließ alle schon vorausahnen welche klimatischen Wechselspiele vor ihnen stehen werden, denn am Eingang des Nationalparks, dem Marangu-Gate (1.840m) waren es am späten Vormittag bereits 35°C.

Zermürbend lief die Prozedur beim Erledigen der Formalitäten im Nationalparkbüro. Trotz langfristiger Voranmeldung hieß es für die 18 Expeditionsteilnehmer knapp vier Stunden Wartezeit bis die Routenplanung abgestimmt war und auch alle Träger gefunden waren.

Um 14.30 Uhr begann dann der Aufstieg für die Gruppe um Jörg Ahmann, Axel Hager und Stephan Holderegger. „Ein atemberaubendes Naturschauspiel bot sich uns im Regenwald von den ersten Metern an“, berichtete Jörg Ahmann. „Es ging vorbei an mir völlig unbekannten Pflanzen, wahren Baumriesen mit Lianen und exotisch blühenden Sträuchern“. Während es beim Start noch heiße 35°C waren, wurden die Temperaturen im schattigen Regenwald merklich kühler, aber der Aufstieg konnte noch in T-Shirts absolviert werden. Nach vier Stunden Gehzeit und einer maximalen Steigung von 16% kam die 18 teilnehmerumfassende Gruppe geschlossen an den Mandara-Hütten (2.720m) an. Da man durch die Verspätung erst kurz vor Sonnenuntergang an dem Zielpunkt des ersten Tages ankam, sanken die Temperaturen bereits auf 15°C.

Nach dem Abendessen, welches die Träger bereits vorbereitet hatten, wird das gemeinsame Bettenlager bezogen und wieder früh Ruhe einkehren.

Gegen 8.00 Uhr Morgen früh nehmen die Beach-Volleyballprofis und der lungen-transplantierte Stephan Holderegger die nächste Etappe in Angriff. Dann heißt es für alle Beteiligten, 1005 Höhenmeter und ca. 13 km Wegstrecke zu den Horombo-Hütten zu bewältigen.

 

Deutschland - www.volleyball-bundesliga.de  

Donnerstag. 08. Januar 2004

ASV meldet sich eindrucksvoll zurück

Der ASV ist zurück! Nach den beiden bitteren Niederlagen kurz vor Weihnachten gegen den VfB Friedrichshafen 2 und den SV Lohhof haben die Dachauer Volleyballer sich mit einem 3:2- Erfolg bei dem äußerst heimstarken GSVE Delitzsch zurückgemeldet und ein Achtungszeichen gesetzt.

Der ASV gewann mit 3:2 ( 22:25, 25:14, 25:23, 23:25, 15:12) in 105 Minuten Spielzeit. In der phasenweise hochklassigen und emotional geführten Partie siegt der ASV auf Grund des größeren Siegeswillens und der nötigen Ruhe in der entscheidenden Phase der Begegnung.
"Der GSVE ist im fünften Satz einfach zu heiß gelaufen. Das haben wir ausgenutzt und so brauchten wir nur unseren Stiefel herunter zu spielen", meinte ASV-Coach Torsten Schulz zufrieden nach der Partie. In der Tat erschienen die Gastgeber im Tie-Break übermotiviert. Insgesamt neuen (!) eigene Fehler leistete sich das GSVE-Team von Trainer Frank "Spitz" Pietzonka. Der ASV nahm die Fehler dankend an und dem besten Dachauer Spieler, Michael Hänsel, war es vorbehalten, den Matchball im "GSVE-Dome" zu versenken.

Vor der Partie im Norden von Leipzig musste ASV-Trainer Schulz sein Team umbauen. Mittelblocker Thomas Mersmann meldete sich mit Achillessehnenproblemen am späten Freitag Abend ab. Für ihn spielte der an seiner rechten Schlaghand verletzte Andreas Schwarz. Zudem musste Wolfgang "Powi" Hoffmann wegen Knieproblemen absagen. Insgesamt also keine guten Vorraussetzungen für die Begegnung gegen den heimstarken "Gymnasialen Sportverein Ehrenberg" Delitzsch. Doch am vergangenen Samstag Abend zeigte die Schulz-Truppe, dass sie nicht zu unrecht von vielen Experten als Meisterschaftsfavorit Nummer 1 angesehen wird. Der in den vergangenen Spielen vermisste Kampfeswille wurde in Sachsen wiederentdeckt und auch das spielerische Element kam nicht zu kurz.

Im Blockspiel konnte der ASV in Delitzsch, mit Ausnahme des ersten Satzes, überzeugen. Ständig hatten die Dachauer Blockspieler bei den Angriffsschlägen die Finger am Ball, so dass bei den Gastgebern von Punkt zu Punkt mehr Frustration auftrat, weil sie praktisch keinen Ball mehr direkt auf den Boden brachten. "Mein Team hat die Vorgaben voll umgesetzt. Insgesamt bin ich hochzufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft", sagte Schulz zufrieden in der Pressekonferenz.

Gegenüber dem blamablen Heimspiel gegen Lohhof war den Stadtwäldern anzumerken, dass man auf keinen Fall frühzeitig den Kampf um die Meisterschaft aufgeben wollte. Nach dem verschlafenen Eröffnungssatz war der ASV hellwach und bot den Gastgebern eine eindrucksvolle Vorstellung des eigenen Könnens. In allen Spielelementen (Angriff, Block, Annahme, Aufschlag und Feldabwehr) zeigten die Dachauer im „GSVE-Dome“ vor 450 enthusiastisch mitgehenden Zuschauern endlich einmal wieder Normalform.

Sollte der ASV diese Leistung über die kommenden Wochen in den Spielen gegen Sonneberg und beim Tabellenführer TG Rüsselsheim konservieren können, dann dürfen sich die Volleyball-Fans auf tolle Spiele der Stadtwälder freuen.

 

Deutschland - www.volleyball.de  

Donnerstag. 08. Januar 2004

Olympia-Quali Baku: EM-Revanche misslungen

Wieder 2:3 gegen Polen verloren

Obwohl die deutschen Spielerinnen ganz schnell mit hängenden Köpfen die Halle verließen, können sie mit erhobenenem Haupt dem morgigen Spiel gegen Russland entgegen sehen. Sie haben keineswegs enttäuscht - auch wenn die Revanche für die 2:3-Niederlagen gegen Polen im EM-Halbfinale 2003 hier in Baku nicht gelang. Bundestrainer Hee Wan Lee zeigte sich mit der gezeigten Leistung, vom verschlafenen ersten Satz abgesehen, zufrieden.

Zunächst kamen die Deutschen überhaupt nicht ins Spiel. Bei 0:6 nahm Lee die erste Auszeit. Bei der ersten technischen Auszeit stand es 1:8. Danach kämpfte sich das deutsche Team (wie gestern mit Grün, Sylvester, Radzuweit, Hart, Bouagaa, Kulakova und Tzscherlich in der Stammformation) Punkt für Punkt heran, konnte aber den Satzverlust nicht mehr vermeiden.

In einem sehr engen und spannenden zweiten Satz führte die deutsche Mannschaft meist mit einem oder zwei Punkten. Das bessere Ende aber hatten wiederum die Polinnen für sich (27:29).

Im dritten Satz zog der Europameister wieder schnell auf 1:4 davon. Mitte des Satzes kam Tina Benecke für Kathy Radzuweit, die als einzige Schwächen zeigte. Judith Sylvester, von einem Infekt der oberen Luftwege noch nicht voll genesen, bekam öfter eine Pause, wurde aber am Spielende zu Recht als beste deutsche Spielerin ausgezeichnet. Angelina Grün hatte es dagegen schwer, ihre Aufschläge durchzubringen. Doch nach wechselvollem Satzverlauf zeigten diesmal die Deutschen am Ende bessere Nerven (25:22).

Satz vier, das erkannte auch Polens Trainer Andrzej Niemczyk, war eideutig Sache der Deutschen (25:17). Deshalb schonte er schon bald Glinka und Sliwa für den Entscheidungssatz. Angelina Grün wollte und musste dagegen durchspielen, obwohl sie in den letzten beiden Sätzen schwächelte. Der Bundestrainer: "Wir haben einfach nicht die personellen Möglichkeiten wie die Polinnen, um flexibler zu sein."

Im fünften Satz führte Deutschland bei Seitenwechsel 8:7, bevor Polen vier Punkte in Folge gelangen. Doch auch der erneute Ausgleich zum 11:11 reichte nicht. 16:14 lautete das glückliche Ende zugunsten des Europameisters. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet Malgorzata Glinka, die die Deutschen bei der EM fast im Alleingang abgeschossen hatte, im Spiel hier aber kaum einen Stich sah, verwandelte den Matchpoint.

Im ersten Spiel des Tages waren die Niederlande auch gegen Italien chancenlos (0:3) und müssen ihre Athen-Träume endgültig begraben. Dagegen bleibt Vize-Europameister Türkei nach seinem 3:1 über Bulgarien weiter auf Halbfinalkurs.

Steffen Marquardt

 

Deutschland - www.volleyball.de  

Donnerstag. 08. Januar 2004

Leipzig: Polen oder Deutschland?

Russland braucht noch einen Satz bis zum Halbfinale

Polen oder Deutschland - wer wird bei der Olympia-Qualifikation der Männer in Leipzig das Halbfinale erreichen? Beide Teams haben bisher einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto, die Deutschen verfügen mit 5:3 gegenüber den Polen (3:5) zur Zeit sogar über das bessere Satzverhältnis. Allerdings mit Russland auch über das schwerere Restprogramm. Polen trifft am abschließenden Vorrundenspieltag auf die bisher sieglosen Bulgaren. Russland dagegen benötigt gegen die Deutschen nur noch einen Satz, um ins Halbfinale einzuziehen. Sie siegten heute in überzeugender Manier mit 3:0 (19, 16, 18) über Polen.

"Dieser Sieg war ein weiterer Schritt nach vorne", sagte Russlands Trainer Guennadi Chipouline. "Nicht nur wegen der Punkte, sondern vor allem wegen der Vorbereitung auf die entscheidenden Spiele. Wir wollten uns von Spiel zu Spiel steigern und das gelingt uns in Leipzig ganz gut." Polens Libero Krysztof Ignczak sagte: "Wir haben erwartet, dass die Russen so stark spielen. Heute haben wir verloren, weil wir die wichtigen Punkte nicht machen konnten."

In der anderen Vorrundengruppe setzte sich Frankreich mit 3:0 (20, 24, 21) gegen Finnland durch. Dabei gelang es den Franzosen im zweiten Satz, einen 8:16-Rückstand aufzuholen. "Es war ein gutes Match wie wir es von den Finnen erwartet hatten", sagte Frankreichs Kapitän Dominique Daquin. "Im zweiten Satz gerieten wir in Schwierigkeiten, aber haben es geschafft, uns zu konzentrieren, aufzuholen und zu gewinnen."
Im letzten Spiel des Tages gewannen die Niederlande problemlos mit 3:0 (20, 14, 12) gegen Spanien und verschafften sich damit eine hervorragende Ausgangsposition, um das Halbfinale zu erreichen.

Die deutschen Männer hatten heute, am dritten Spieltag, spielfrei.

cku

 

Deutschland - Hamburger Abendblatt 

Donnerstag. 08. Januar 2004

Olympia wohl ohne DVV

Leipzig/Baku - Die deutschen Volleyballteams müssen nach 2:3-Niederlagen gegen Polen um die Olympischen Spiele bangen. Die beim Stand von 0:2 eingewechselte Christina Benecke (TV Fischbek) sorgte dabei für einen Leistungsschub. Beide DVV-Mannschaften müssen nun die abschließenden Gruppenspiele gegen Russland (Frauen 11 Uhr, Männer 20 Uhr/Eurosport live) gewinnen, um ihre Chance auf Athen zu wahren.

 

Deutschland - Harburger Anzeigen und Nachrichten 

Donnerstag. 08. Januar 2004

TVF: Als Außenseiter nach Schwerin

Harburg (nik). Ein Wunschlos gab es für Horst Lüders nicht, doch im Nachhinein sagt der Manager des TV Fischbek Hamburg: "Das ist für uns die beste Auslosung." Bei der Pokal-Endrunde der Volleyball-Frauen am Wochenende 7./8. Februar in Schwerin trifft das Fischbeker Team im Halbfinale zunächst auf die Mannschaft des Gastgebers. Lüders: "Schwerin liegt uns von den drei Mannschaften am besten." Im zweiten Semifinale stehen sich anschließend der USC Münster und Bayer Leverkusen gegenüber.

Die Hoffnung von Lüders stützt sich vor allem auf den Druck, dem die Schwerinerinnen bei ihrem "Heimspiel" ausgesetzt sind. "Das ist für uns eine ganz gute Konstellation. Der Druck lastet auf Schwerin. Die wollen vor eigenem Publikum unbedingt gewinnen. Wir dagegen sind diesmal Außenseiter", sagt der TVF-Manager.

Am Dienstag bat der sportliche Berater Knut Rettig - in Vertretung für den in Peru weilenden Coach Johnny Westreicher Mick - das Team erstmals im neuen Jahr zum Training. Zurzeit nehmen jedoch nur sechs Spielerinnen daran teil. Der Rest fehlt - allerdings entschuldigt. Juliana Lavrova ist durch einen Kreuzbandriss noch Monate außer Gefecht, die 17-jährige Margarethe Kozuch ist mit der Junioren-Nationalmannschaft in Italien unterwegs, Elena Keldibekova de Westreicher ist für das National-Team Perus in ihrer Heimat im Einsatz, und Christina Benecke blockt zurzeit erfolgreich für die DVV-Auswahl der Frauen bei der Olympia-Qualifikation in Aserbaidschan. Beim ersten Spiel der DVV-Auswahl gegen die Gastgeberinnen verwandelte die Fischbekerin sogar den Matchball zum 3:0 für ihr Team. Gestern gehörte Benecke trotz der 2:3-Niederlage gegen Polen zu den besten Spielerinnen der deutschen Mannschaft. Anfang nächster Woche werden die TVF-Akteurinnen zurückerwartet.

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel