News

Freitag, 09. Januar 2004 

CVJM: Belinda vor Zweitliga-Einsatz
1.000 Höhenmeter am zweiten Tag für Ahmann/Hager !
Olympia-Quali Leipzig: 0:3 gegen Russland
Olympia-Quali Frauen: DVV-Team im Halbfinale
Deutschland - Italien und Polen - Türkei
USA setzt Siegesserie fort
Steinbach: „Hätten gern Volleyball im Athen-Team“
DVV-Frauen greifen nach Athen-Ticket
Überraschende Wende für deutsches Team
Klaus Steinbach outet sich als Volleyball-Fan
Im Kellerduell kommt es auch auf Nervenstärke an
MTV: Vorbereitung auf „Mission Impossible“

Januar 2004

Mo Di Mi Do Fr Sa So
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

Dezember 2003

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        

Zum Medien-Überblick

 

Deutschland - Smash-News 

Freitag. 09. Januar 2004

CVJM: Belinda vor Zweitliga-Einsatz

Die zum erweiterten Kreis der Volleyball-Jugendnationalmannschaft gehörende Belinda Behncke-Biney vom CVJM soll im Zweitliga-Lokalderby gegen die VG WiWa (19 h, Rüterstraße) im Kader stehen. Allerdings hat sie nachmittags noch zwei Spiele in der Verbandsliga zu absolvieren.

„Wir werden sie nur einsetzen, wenn sie in den Spielen zuvor geschont werden konnte und die Kraft reicht.“ sagt CVJM-Trainer Helmut von Soosten. „Auch wäre Belinda bei einem Einsatz in der 2. Bundesliga festgespielt. Das wollen wir uns erst erlauben, wenn der Verbandsliga-Platz, zur Zeit sind wir Vierter, sportlich endgültig gesichert ist.“

 

Deutschland - Smash-News 

Freitag. 09. Januar 2004

1.000 Höhenmeter am zweiten Tag für Ahmann / Hager !

Mannschaftsarzt von Mainz 05 überwacht die Gesundheit am Berg!

Tansania / Hamburg, 08. Januar 2004. Um 6.30 Uhr hieß es am Kilimandscharo Wecken für die 18 Expeditionsteilnehmer. Nach einem kurzen Frühstück nahm die Gruppe um 8.30 Uhr von den Mandara-Hütten (2.720m) die tausend Höhenmeter der heutigen Etappe in Angriff. Nachdem die Gruppe um Jörg Ahmann / Axel Hager und Stephan Holderegger gestern durch den Regenwald marschiert war und ihnen der Blick auf die Gipfel des Kilimandscharo verwehrt geblieben war, öffnete sich heute der Blick auf das schneebedeckte Dach Afrikas. Eineinhalb Stunden lang hatten sie die Kraterzone vor Augen. Danach sorgte ein für das Hochgebirge typischer Wetterumschwung für leichten Regen und so führte der Marsch durch eine geschlossene Wolkendecke. Jörg Ahmann hatte dabei Glück, dass er auf der gestrigen Fahrt zum Marangu-Gate in letzter Minute seine Schuhe imprägniert hatte und so auch trockenen Fußes am Tagesziel auf 3.725m ankam. Während der 13km langen Wegstrecke sahen die Teilnehmer erstmalig Tiere am Kilimandscharo. Auf den letzten Metern der Regenwaldzone bestaunten sie das Treiben einer Affenherde in den Bäumen. Kurze Zeit später wechselte die Vegetation in eine Heide- und Moorlandschaft, die sie bis auf knapp 4.000m weiter durchschreiten werden, aber am Tagesziel den Horombo-Hütten (3.725m) kündigt sich der Übergang in die Steinwüstenzone bereits an.

Mit vor Ort ist Dr. med. und Diplomsportlehrer Klaus Gerlach (50). Neben seiner Praxis betreut Klaus Gerlach als Mannschaftsarzt den Zweitligisten FSV Mainz 05. Zum einen überwacht er permanent den Gesundheitszustand des lungentransplantierten Stephan Holderegger, zum anderen kontrolliert er die Vitalfunktionen der anderen Expeditions-teilnehmer. Seit dem heutigen Tag gehört dazu die Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut; ein wichtiger Indikator in Bezug auf eine mögliche Höhenkrankheit, die sich durch Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und leichtes Herzrasen bemerkbar machen kann. 3.500m werden als kritische Höhenmarke gesehen, die das Auftreten der Krankheit fördert. Bewusst langsameres Gehen und eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme sind wirksame Vorbeugemaßnahmen. „Es ist schon ein sehr beruhigendes Gefühl Klaus dabei zu haben“, erklärte Jörg Ahmann, „denn trotz aller Vorbereitungen und des Trainings auf Fuerteventura darf man diese Höhen nicht unterschätzen.“ Bis jetzt haben die Expeditionsteilnehmer die ärztlichen Untersuchungen mit Bravour bestanden, aber je weiter sie in die höheren Regionen steigen, desto mehr sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut ab (optimal liegt der Wert zwischen 96 und 98%, ab 85% wird der Zustand kritisch und bei weniger als 80% lebensbedrohlich).

Morgen folgt ein Akklimatisationstag, an dem die Gruppe in einer relativ kurzen Wanderung auf den Mawenzi-Sattel gehen wird. Anschließend ist das höchste Beach-Volleyball Camp der Welt an den Horombo-Hütten (3.725m) geplant.

 

Deutschland - www.volleyball.de  

Freitag. 09. Januar 2004

Olympia-Quali Leipzig: 0:3 gegen Russland

5600 begeisterte Zuschauer in der Leipziger Arena

Eigentlich war es nicht viel mehr als ein Freundschaftsspiel, dass die deutschen Männer zum Abschluss der Vorrunde der Olympia-Qualifikation in Leipzig gegen Russland bestritten, denn schon vor Spielbeginn waren sie für das Halbfinale qualifiziert. Das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu verlor zwar 0:3 (-23, -17, -28), zog sich vor 5600 begeisterten Zuschauern aber trotzdem achtbar aus der Affäre. "Es ging ja nicht mehr um so viel", konstatierte so auch Kapitän Wolfgang Kuck. "Und trotzdem war es ein gutes Spiel gewesen."

Insbesondere im ersten Satz boten die deutschen Männer eine ausgezeichnete Leistung. Erstmals in diesem Turnier gelang es ihnen, den Gegner mit druckvollen Aufschlägen unter Druck zu setzen. Gegen Russland allerdings war das auch die einzige Chance. Kuck & Co. spielten nicht nur mit, sondern lagen bis zum 21:19 fast ständig in Front. Dann allerdings zwei unglückliche Fehler von Ralph Bergmann - 21:21. Anschließend zogen die Russen auf 24:22 davon und gestatteten den Deutschen mit dem 23. Punkt nur noch Ergebniskosmetik.

Auch im dritten Satz entwickelte sich zwischen den Teams - beide übrigens nun fast ausschließlich mit ihren Wechselspielern auf dem Feld - ein spannendes Spiel. Allerdings - trotz eines Satzballes für die Deutschen - wieder mit dem besseren Ende für die abgeklärteren Russen.

"Wir haben es nicht geschafft, in den Sätzen eins und drei die entscheidenden Punkte zu machen", übte Kuck leise Kritik und forderte zugleich: "Daran müssen wir im Hinblick auf die Spiele morgen und übermorgen arbeiten."
Im Halbfinale trifft die deutsche Auswahl morgen um 20 Uhr auf die Niederlande. Die Oranjes bezwangen in ihrem letzten Vorrundenspiel überraschend Frankreich mit 3:0 (21, 18, 23). Allerdings müssen sie morgen auf Reinder Nummerdor verzichten. Der Kapitän der Niederländern knickte beim Spiel gegen die Franzosen um und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Im anderen Halbfinale stehen sich morgen um 17.30 Uhr Frankreich und Russland gegenüber.
Ausgeschieden sind damit Bulgarien, Polen, Spanien und Finnland.

cku

 

Deutschland - www.volleyball.de  

Freitag. 09. Januar 2004

Olympia-Quali Frauen: DVV-Team im Halbfinale

Wieder historischer Sieg gegen Russland im Tiebreak

"Sicher wird heute etwas gefeiert nach dieser Überraschung. Man gewinnt schliesslich nicht alle Tage gegen Russland", so Bundestrainer Hee Wan Lee nach dem entscheidenden Spiel um den Einzug ins Halbfinale, wo sein Team am Freitag um 13.30 Uhr deutscher Zeit auf Weltmeister Italien trifft.

Die unglückliche Fünf-Satz-Niederlage gegen Polen am Mittwoch steckte die deutsche Mannschaft, aus der Hee Wan Lee keine Spielerin herausheben wollte, gut weg. Sie kämpfte eine russische Mannschaft nieder, die auch mit der kurzfristig aus Japan eingeflogenen Eugenia Artamonova nicht alte Stärke demonstrieren konnte. "Ob es nach den zwei anstrengenden Spielen im Halbfinale kräftemäßig reicht, wird man sehen", meint Spielführerin Angelina Grün, "aber der Kopf ist nun frei, wir können jetzt frei aufspielen."

Nachdem "Grüni" im ersten Satz eine Aufschlagserie von von vier Punkten zum 7:4 hingelegt hatte, blieb die deutsche Mannschaft bis zum 25:21 sicher in Führung.

Im 2. Satz ging ein plötzlich viel wacheres und aggressiveres russisches Team schnell mit 5:0 in Führung. Vor allem Gamova war wiederholt aus dem Hinterfeld erfolgreich. Auch wurde, im Gegensatz zum deutschen, der russische Block bis zum Satzende immer stärker. Auch Auswechselungen helfen den Deutschen nicht, die den Satz mit 16:25 verloren.

Satz drei: Erneut läuft die deutsche Stammformation auf (Grün, Sylvester, Hart, Radzuweit, Bouagaa, Kulakova und Tzscherlich). Bei 15:15 bewirkt eine erste kurze Einwechselung von Artamonova beid en Russinnen eben so wenig wie die von Julia Schlecht und Christiane Fürst auf deutscher Seite. Im Gegenteil: Deutschland gerät 18:21 in Rückstand. Dieser kann zwar noch einmal ausgeglichen werden (22:22), doch der Satz geht mit 25:23 an Russland.

Fast umgekehrte Vorzeichen in Satz vier. Ein schnelles 3:0 für Deutschland, das die Mannschaft mit geschlossener Leistung bis zum klaren 25:16 ausbauen kann.

Die russische Mannschaft wirkt verunsichert, kann dennoch im fünften Satz einen 0:2-Rückstand in einen Zwei-Punkte-Vorsprung umwandeln und bis zum 9:7 halten. Dann gelingen Kathy Radzuweit und Angelina Grün zwei entscheidende Blocks zum 10:9 und die deutsche Mannschaft gibt die Führung bis zum 15:13 nicht mehr her.
Damit ist Russland ausgeschieden, während die Deutschen nach der 0:3-Niederlage Polens gegen Gastgeber Aserbeidschan (Polens Coach Andrzej Niemczyk hatte seine zweite Sechs spielen lassen) Gruppenerster sind. Polen belegt Platz zwei der Gruppe A.

In der Gruppe B hat sich die Türkei durch einen 3:1-Erfolg über die Niederlande den Gruppensieg geholt. Zweiter ist Weltmeister Italien.

Im Halbfinale am Freitag spielen jeweils die Gruppenersten gegen die Zweiten aus der anderen Gruppe, sprich: Deutschand trifft auf Italien (ab 13.30 Uhr deutscher Zeit) und im zweiten Halbfinale kommt es zu einer Neuauflage des EM-Endspiels zwischen der Türkei und Polen (ab 16 Uhr deutscher Zeit). Beide Partien werden live auf Eurosport übertragen.

Steffen Marquardt

 

Deutschland - DVV-News 

Freitag. 09. Januar 2004

Deutschland - Italien und Polen - Türkei

So lauten die Halbfinals

Deutschland - Italien (13.30 Uhr deutscher Zeit) und Polen - Türkei (16.00 deutscher Zeit) lauten die Halbfinalpaarungen bei der Olympia-Qualifikation der Frauen in Baku. Europameister Polen verlor im letzten Gruppenspiel überraschend gegen Aserbaidschan mit 0:3 (18-25, 21-25, 23-25) und wurde damit hinter der DVV-Auswahl nur Gruppen-2.

Die Türkei hatte zuvor in seinem letzten Gruppenspiel der anderen Gruppe die Niederlande mit 3:1 (25-22, 21-25, 25-21, 25-19) bezwungen.

Die Niederlage der Polinnen war eine taktische. Polens Trainer Andreij Niemczyk beorderte seine zweite Sechs aufs Feld und nahm bewusst die Niederlage in Kauf. Somit kommt es im Halbfinale zwischen Polen und der Türkei zu einer Neuauflage des EM-Finals 2003 - damals gewannen die Polinnen sicher mit 3:0. Für die DVV-Auswahl geht es gegen Weltmeister Italien darum, nach langer Zeit, wieder einen Sieg zu landen. Zuletzt hatte es bei der WM 2002 eine bittere 0:3-Niederlage gegeben.

 

Deutschland - www.volleyballer.de  

Freitag. 09. Januar 2004

USA setzt Siegesserie fort

Ägypten siegt in seinem ersten Spiel souverän!

Die USA haben bei der Olympia-Qualifikation des Bereichs Norceca auch das mit Spannung erwartete Prestige-Duell gegen Kanada gewonnen. Am Ende hieß es 3:0 (27-25, 30-28, 25-21) für die US-Boys, die mit großen Schritten Richtung Athen unterwegs sind. Härtester Konkurrent dürfte Kuba sein, dass sich zu einem 3:1-Erfolg (25-18, 25-17, 19-25, 25-23) über Gastgeber Puerto Rico mühte.

Beim Afrika-Entscheid gewann Ägypten sein erstes Spiel locker mit 3:0 (25-20, 25-22, 25-22) gegen Südafrika. Ägypten und Tunesien sind die großen Favoriten bei diesem Turnier. Bei beiden Turnieren qualifiziert sich jeweils nur der Sieger für Athen 2004.

 

Deutschland - www.volleyball-online.de  

Freitag. 09. Januar 2004

Steinbach: „Hätten gern Volleyball im Athen-Team“

(dvv/pps) Leipzig. Der Augenblick war gut gewählt: Fast zeitgleich mit der Nachricht der überraschenden polnischen Niederlage gegen Bulgarien und dem damit verbundenen Halbfinal-Einzug der deutschen Mannschaft traf NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach zu einer kurzen Stippvisite im Westin-Hotel beim DVV-Team ein.  

„Wir hätten Volleyball – die Männer wie die Frauen – gerne in unserer NOK-Mannschaft für Athen.“ Der frühere Weltklasse-Schwimmer Steinbach, vor Weihnachten gerade 50 Jahre alt geworden, hatte die deutschen Volleyballspielerinnen zwischen 1992 und 1998 als Mannschaftsarzt betreut, u.a. auch bei den Spielen 1996 in Atlanta.

Steinbach war vorher am Donnerstag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundesinnenminister Otto Schily und Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee zur Unterschrift des offiziellen Bewerbungsschreibens der Stadt zusammengetroffen. Dabei wurde auch ein neues Olympia-Fan-Projekt vorgestellt. Schröder, Schily, Steinbach und Tiefensee ließen sich dabei als Gründungsmitglieder Nr. eins bis vier eintragen und entrichteten einen Beitritts-Obulus von 30 Euro. Ab 20. Januar wird das Projekt für die bundesweite Fan-Gemeinde geöffnet. Der offizielle Fan erhält dann wie der Bundeskanzler eine Urkunde, eine Kappe, ein T-Shirt und einen Rucksack.

 

Deutschland - Neues Deutschland 

Freitag. 09. Januar 2004

DVV-Frauen greifen nach Athen-Ticket

Olympia-Qualifikation in Baku und Leipzig / Sensationeller 3:2-Sieg gegen Top-Favorit Russland / Auch Männer im Halbfinale 

Die deutschen Volleyballerinnen haben auf dem Weg zur Qualifikation um die Teilnahme am olympischen Turnier 2004 in Athen etwas Unglaubliches geschafft. Sie schlugen beim hochkarätig besetzten Qualifikationssturnier in Baku (Aserbaidshan) im letzten Vorrundengruppenspiel den haushohen Favoriten Russland mit 3:2 (25:21, 16:25, 23:25, 25:16, 15:13).

Damit haben die deutschen Frauen, die zuvor gegen Aserbaidshan mit 3:0 gewonnen hatten, aber am Europameister Polen unglücklich mit 2:3 gescheitert waren, noch im letzten Moment den Einzug ins Halbfinale geschafft und sich die Chance erhalten, nach dem sechsten Olympiarang 2000 in Sydney auch in Athen 2004 wieder dabei zu sein. In der Vorschlussrunde trifft die DVV-Auswahl heute (13.30 Uhr/ Eurosport) auf Weltmeister Italien. Das andere Halbfinale bestreiten in einer Neuauflage des EM-Endspiels Polen und die Türkei. Noch zwei Siege (im Halbfinale und am Sonnabend im Finale) fehlen dem DVV-Team für das Olympia-Ticket. Nur der Turniersieger ist für Athen qualifiziert.

»Ich vertraue meiner Mannschaft bis zum Schluss«, hatte der aus Südkorea stammende deutsche Bundestrainer Hee-Wan Lee seinem Team, in dem Stars wie Hanka Pachale und Sylvia Roll, die die Qualifikation frustriert abgesagt hatten, vor dem entscheidenden Match gegen den Rekord-Europameister und Olympiazweiten Russland den Rücken gestärkt. Und Lees Schützlinge, im Vorjahr EM-Dritter, boten eine überragende kämpferische Leistung. Nach dem 25:21 im ersten Satz musste man aber im zweiten Durchgang um die deutschen Frauen fürchten, weil auf der Gegenseite der 2,05 m großen Starangreiferin Jelena Gamowa einfach alles gelang – 25:16-Satzsieg für Russland.

Doch selbst der 1:2-Satzrückstand nach dem mit 23:25 knapp verlorenen dritten Satz warf die deutschen Volleyballerinnen diesmal nicht um. Mit dem Mute der Verzweiflung stemmten sie sich gegen das Olympia-Aus und kamen mit einem in dieser Höhe fast unglaublichen 25:16-Erfolg im vierten Satz wieder ins Spiel zurück.
Im alles entscheidenden Tiebreaksatz (nur bis 15 Punkte) kauften sie den Gastgeberinnen den Schneid ab. Noch zum Seitenwechsel mit 6:8 und anschließend mit 7:9 in Rückstand liegend, erkämpfte das DVV-Team um die am Block überragende Kathy Radzuweit eine 10:9-Führung. Über die Stationen 10:10 und 11:11 ging das Match in die Vorentscheidung, als plötzlich die deutschen Frauen die gegnerischen Schwächen am Block und in der Feldabwehr nutzten und sich mit 13:11 und 14:12 einen unschätzbaren Vorteil erspielten. In dieser dramatischen Phase behielten sie endlich auch die Nerven und verwandelten durch einen Angriffsball der Münsteranerin Atika Bouagaa den zweiten Matchball zum 15:13-Sieg.

»Das war die Pflicht, jetzt wollen wir auch die Kür schaffen. Wir können hier jedes Team schlagen«, meinte die deutsche Spielführerin Angelina Grün gegenüber sid. »Wir glauben an Athen«, fügte die in Italien spielende Volleyballerin hinzu.

Während die deutschen Frauen jubelnd und ausgelassen auf dem Parkett tanzten, als hätten sie schon das Olympia-Ticket in der Tasche, verließ Russlands Trainerlegende Nikolai Karpol mit versteinerter Miene die Halle. Seine Frauen können aber noch dank ihrer Weltranglisten-Platzierung auf ein Qualifikationsturnier im Mai in Tokio hoffen. Dort qualifizieren sich neben dem Asienmeister noch weitere drei Teams aus dem dortigen Achterfeld.

Die deutschen Männer mussten gestern Abend (n. Red.-Schluss) beim Qualifikationsturnier in Leipzig gegen den Olympiazweiten und Gruppenersten Russland antreten. Aber sie hatten schon vor dem Anpfiff unglaubliches Glück: Durch die 0:3-Niederlage am Nachmittag von Polen gegen Bulgarien standen die DVV-Männer bereits im Halbfinale. Selbst ein 0:3 gegen Russland gefährdete ihren zweiten Gruppenplatz aufgrund des besseren Satzverhältnisses nicht mehr. Damit erhielten sie sich die Chance auf die erste Olympia-Teilnahme seit 32 Jahren. Neben Russland und Deutschland stehen auch die Niederlande und Frankreich im Halbfinale.

MÄNNER in Leipzig: Gruppe A: Russland - Polen 3:0, Polen - Bulgarien 0:3, Deutschland - Russland (n. Red.). Stand: 1. Russland 6:0 Sätze/4:0 Punkte, 2. Deutschland 5:3/2:2, 3. Bulgarien 3:6/ 2:4, 4. Polen 3:8/2:4.
Gruppe B: Spanien - Niederlande 0:3, Frankreich - Niederlande 0:3. Endstand: 1. Niederlande 6:0, 2. Frankreich 4:2, 3. Spanien 2:4, 4. Finnland 0:6.

FRAUEN in Baku: Gruppe A: Deutschland - Russland 3:2, Aserbaidshan - Polen 3:0. Endstand: 1. Deutschland 4:2, 2. Polen 4:2, 3. Russland 2:4, 4. Aserbaidshan 2:4.
Gruppe B: Türkei - Bulgarien 3:1, Türkei - Niederlande 3:1. Endstand: 1. Türkei 6:0, 2. Italien 4:2, 3. Bulgarien 2:4, 4. Niederlande 0:6.

Jürgen Calließ 

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Freitag. 09. Januar 2004

Überraschende Wende für deutsches Team

Leipzig. Manchmal ist eine Ruhestörung sehr angenehm. Die Spieler hatten sich gestern Nachmittag auf ihren Hotelbetten ausgestreckt, als Co-Trainer Michael Warm anklopfte und mit einer frohen Botschaft allgemeinen Jubel auslöste: "Jungs, wir sind im Halbfinale." Der Grund: Bulgarien hatte Polen gerade 3:0 bezwungen und die deutschen Volleyballer so bereits vor ihrem letzten Vorrundenspiel am Abend gegen Russland (nach Redaktionsschluss) in die nächste Runde befördert. Dabei schien die Olympia-Chance nach dem 2:3 am Dienstag gegen Polen schon verspielt zu sein. "Wir sind draußen, ein Sieg gegen Russland ist unwahrscheinlich", hatte Bundestrainer Stelian Moculescu befürchtet. Nun die überraschende Wende ohne eigenes Zutun - durch das bessere Satzverhältnis waren die Deutschen nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen.

"Zum ersten Mal, seit ich Nationaltrainer bin, habe wir wirklich Glück", atmete Moculescu auf. Ein bisschen gehofft hatte er ja auf die Bulgaren, "weil die europäische Spitze so eng beisammen ist, dass jeder jeden schlagen kann." Aber sicher sein konnte er nicht. Nur Michael Warm war immer von einem bulgarischen Sieg überzeugt. Verbandspräsident Werner von Moltke, Augenzeuge des polnischen Debakels in der Arena, frohlockte: "Ich bin völlig von den Socken, heute ist ein Glückstag. Nun ist alles wieder offen."

Der DVV-Chef bedankte sich zudem für die Fairness der bereits ausgeschiedenen Bulgaren, die trotzdem eine Top-Leistung ablieferten. "Außerdem freut es mich für alle, die sich hier in Leipzig für das deutsche Team engagiert haben, und natürlich für die Fans", sagte von Moltke. Seine Devise für das Halbfinale: "Neu konzentrieren, alles geben, dann können wir es packen."

Nicht gepackt haben es die Polen, die sich nach dem Sieg gegen Deutschland wohl zu sicher fühlten und schon beim 0:3 gegen die Russen von der Rolle waren. "Das war eine schwere Enttäuschung und einer der Gründe für unser Scheitern", ärgerte sich Trainer Stanislaw Gosciniak, "wir haben heute nie angefangen, Volleyball zu spielen, nie Normalform erreicht, während die Bulgaren entspannt zur Sache gingen." Die Satzergebnisse - 19:25, 19:25, 18:25 aus polnischer Sicht - sprechen eine deutliche Sprache. "Ich habe keine Erklärung", gestand Gosciniak, "keine Ahnung, was mit der Mannschaft los war." Kapitän Pavel Zagumny drückte sich drastischer aus: "Das schlechteste Spiel meiner Karriere."

Die Bulgaren aber, zuvor von Deutschland und Russland jeweils 0:3 demontiert, feierten fröhliche Wiederauferstehung. Sie zeigten fast perfekten, druckvollen, athletischen Volleyball. "Wir haben dieses Spiel als sehr wichtig betrachtet, obwohl wir keine Chance mehr hatten. Aber unsere ersten Auftritte waren sehr schlecht. So wollten wir nicht nach Hause fahren", meinte Milorad Kijac. Der Trainer bedauerte gestern, keine Vorbereitungsspiele bestritten zu haben: "Wahrscheinlich haben wir deshalb einige Zeit gebraucht, um in Schwung zu kommen. Erst gegen Polen haben wir unsere wahres Gesicht gezeigt, können nun Leipzig erhobenen Hauptes verlassen."

Die deutsche Mannschaft aber bleibt. Im Halbfinale geht es heute gegen Holländer oder Franzosen. Zumindest diese Entscheidung fiel erst gestern Abend.

Steffen Enigk

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Freitag. 09. Januar 2004

Klaus Steinbach outet sich als Volleyball-Fan

Leipzig. Die Atmosphäre beim "Kaffee-Klatsch" hätte lockerer nicht sein können. Kein Wunder. Eine knappe Stunde vor dem Treffen mitNOK-Präsident Klaus Steinbach im Hotel Westin hatten die deutschen Volleyballer im Bett liegend und ohne eigenes Zutun das Halbfinale erreicht.

Vor zehn Jahren, als DVV-Präsident Werner vonMoltke noch mit Leib und Seele Leichtathlet war und Volleyball als "eine Art Affen-Tennis" bezeichnete, wurde Steinbach zum Fan und absoluten Kenner am Netz. Der Orthopäde war sechs Jahre lang Mannschaftsarzt der deutschen Volleyball-Frauen. "Bevor ich zusagte, haben sich die Damen und ich erstmal beschnuppert", erzählte der 50-Jährige und provozierte ein Raunen der Männer-Runde. "Du musst keine Details erzählen", sagte von Moltke. Doch Steinbach versicherte, dass die Knieschützer nach den Spielen nicht so angenehm gerochen hätten ...

Ganz imErnst erinnerte sich der NOK-Präsident an die erfolgreiche Olympia-Qualifikation der Frauen für 1996 in Atlanta. "Das Ticket holten sie in Bremen, sie nutzten denHeimvorteil. Dasselbe wünsche ich euch hier in Leipzig auch." Gegenüber Bundestrainer Stelian Moculescu gab Steinbach dann zu: "Wir Schwimmer haben es wesentlich einfacher. Bei euch gibt es nur zwölf Startplätze und drei Medaillen. Ein Schwimmer kann fünf Medaillen holen und dabei noch drei Strecken in den Sand setzen. Läuft es über 100 Meter nicht, klappt es vielleicht über 200."

Zum Thema Geld bemerkte Steinbach: "Es ist unvorstellbar, wieviel Kohle in drittklassigen Fußball fließt." Moculescu erwiderte: "Das stört mich nicht so. Deutschland ist doch reich genug, um alle Sportarten bis zur Weltspitze zu fördern. Stattdessen muss erst Erfolg kommen, ehe es Geld gibt." Der NOK-Chef verriet, dass der olympische Sport bald eine neue Geldquelle erschließen könnten: eine Benefiz-Show im Fernsehen. Diese stoße im Olympiajahr besonders auf Resonanz. Und sie kann der Leipziger Bewerbung richtigen Schwung verleihen.

Frank Schober

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung 

Freitag. 09. Januar 2004

Im Kellerduell kommt es auch auf Nervenstärke an

Volley Tigers müssen gegen Schlusslicht punkten

Ludwigslust Ein Blick auf die Tabelle sagt alles über die Bedeutung des morgigen Punktspiels der 2. Volleyball-Bundesliga zwischen den Volley Tigers Ludwigslust und dem FC Schüttorf. Im Kellerduell hat der Tabellenvorletzte das Schlusslicht zu Gast. Beide Mannschaften konnten im bisherigen Saisonverlauf erst zwei Spiele für sich entscheiden und stehen entsprechend unter Druck. "Wir müssen gewinnen, so einfach ist das", fasst Tigers-Trainer Ingo Achtelik die Situation knapp zusammen.

Über den aktuellen Leistungsstand seiner Mannschaft kann er kaum Aussagen treffen. Zwischen den Feiertagen wurde locker trainiert, jedoch nur mit halber Besetzung. Zu Wochenbeginn ging es richtig los, einige Spieler konnten allerdings erst gestern wieder einsteigen. Auch die "Sorgenkinder" haben das Training aufgenommen. Felix Koslowski wird nach seiner Knieoperation aber mit Sicherheit noch einige Zeit brauchen, bis er kräftemäßig voll da ist. Steffen Remus, der praktisch die komplette Hinrunde verletzungsbedingt ausfiel, ist rein von der Physis her nach wie vor weit von seiner alten Form entfernt.

Wenn Ingo Achtelik es sich hätte aussuchen können, so hätte er das Schüttorf-Spiel lieber noch vor der 14-tägigen Pause ausgetragen. "Auch wenn wir gegen Bocholt verloren haben, so konnte man bei dem ärgerlichen 1:3 doch den Eindruck gewinnen, dass da so langsam etwas ins Rollen kommt." Es gelte, die positiven Aspekte sofort wieder aufzunehmen und die bekannten Schwächen zumindest soweit in den Griff zu bekommen, dass es für den so wichtigen dritten Saisonsieg reiche.

Die erste Halbserie hat gezeigt, dass bei den Tigers alle Spieler annähernd ihre optimale Leistung bringen müssen, wenn man eine Siegchance haben will. Und das war leider zu oft nicht der Fall. Guten Vorstellungen einzelner stand fast immer zumindest ein relativer Ausfall gegenüber. Nach Einschätzung von Achtelik hängt morgen viel vom Einsatz ab. "Nur über spielerische Mittel wird es sicher ganz schwer. Es kommt darauf an, was jeder im kämpferischen Bereich einbringen kann."

Dass Schüttorf in der Tabelle so weit unten rangiert, wird in der Liga allgemein als Überraschung eingestuft. Schließlich spielten die Niedersachsen in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Spitzengruppe mit. Vielleicht können die abstiegskampferprobten Tigers ja auch ein wenig von diesem Umstand profitieren. In jedem Fall haben sie noch eine Rechnung zu begleichen. Denn zwei der vier Schüttorfer Pluspunkte resultierten aus dem 3:1-Hinspielerfolg gegen Ludwigslust.

Thomas Willmann

 

Deutschland - Schaumburger Zeitung 

Freitag. 09. Januar 2004

MTV: Vorbereitung auf „Mission Impossible“

Obernkirchen empfängt Spitzenreiter Olympia Berlin / MTV in Bestbesetzung

Volleyball (seb). Vor einer ganz schweren Heimaufgabe steht der MTV Obernkirchen am Sonnabend um 19.30 Uhr. Zu Gast in der Obernkirchener Kreissporthalle ist der Tabellenführer der 2. Bundesliga VC Olympia Berlin.

Die Gäste aus der Bundeshauptstadt treten top vorbereitet in Obernkirchen an. Trainer Jens Tietböhl bereitete sein junges Team in einem Trainingslager in Italien auf die Rückrunde vor. Im Volleyball-Internat-Berlin stehen dem VC-Coach 15 junge talentierte und hungrige Spielerinnen zur Verfügung, die alle das Ziel Junioren-Nationalmannschaft vor Augen haben. Die 16 bis 17-jährigen Mädchen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, um sich in Sachen Volleyball optimal ausbilden zu lassen.

Aber der VC Olympia Berlin ist nicht unschlagbar. Dies bewiesen der 1. VC Parchim und die Reserve aus Münster bei ihren klaren 3:0-Heimerfolgen. Die Obernkirchenerinnen haben in dieser Partie also nichts zu verlieren und können unbefangen an die schwere Aufgabe herangehen. Dazu Manager Günter Szallies: „Das wird eine Mission Impossible für unsere Mannschaft. Es muss schon alles zusammen passen. Berlin muss einen schlechten Tag erwischen und wir über unsere Verhältnisse spielen. Wenn die Zuschauer die Atmosphäre in der Halle zum Kochen bringen, könnte der Obernkirchener Hexenkessel die junge Berliner Mannschaft vielleicht verunsichern. Dann könnte eine Sensation gelingen.“

Auch Trainer Laurenz Weiner absolvierte ein kleines Trainingslager in Rehren. Dort standen sechs Stunden Training pro Tag auf dem Programm. Neben kleinen Konditionseinheiten legte der Trainer sein Hauptaugenmerk auf Blockspiel und Annahme. In diesen beiden Bereichen lagen die MTV-Schwachpunkte während dieser Spielserie.

Die Pechsträhne beim MTV Obernkirchen scheint aber auch im neuen Jahr nicht abzureißen. Nachdem Heike Kirchhoff und Maria Averyanova vor Weihnachten das Team verließen, konnte MTV-Manager Günter Szallies neben Gesa Wilharm noch Simone Fröhlich von der zweiten Mannschaft des USC Braunschweig nach Obernkirchen locken. Die Zuspielerin sollte als Entlastung für Hauptstellerin Nadja Dobler dienen. Aber der MTV-Neuzugang verletzte sich beim Skiurlaub schwer und fällt bis Saisonende mit einer Handverletzung aus. Ob Simone Fröhlich in der nächsten Spielzeit für den MTV Obernkirchen spielen wird, ist zurzeit sehr fraglich.

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel