News

Donnerstag, 29. Januar 2004 

Adelby kein Prüfstein
Geesthacht: „4-Punkte“-Sieg in hitzigem Abstiegsduell
Avanciert Friedrichshafen zum Rekord-DVV-Pokalsieger?
Ulm: Alle fit - alle heiß aufs Rückspiel
Wer soll in Münster die Bälle verteilen?
HTB: Schnell eingewöhnt
VfB Friedrichshafen: Ohne Alex Lenz nach Pärnu
Detmold: „Nur liebe Mädels reichen nicht"
Superlative beim TV Rottenburg nehmen kein Ende
SCC verliert gegen Treviso 2:3
Ulm und Münster trotz Niederlagen im Halbfinale
Aachen: Ist Parchim eine Reise wert?
SCC: Volleyball zum Verlieben
VV Leipzig will im vierten Anlauf endlich ins Finale
Weg nach Athen führt für Pohl/Rau über Rom
SV Sinsheim: Vieles spricht für Borgert
"Adler" bestens gerüstet
Ssuschke! Mit drei „S“!
Volleyballerinnen der A-Jugend in der Endrunde
Bayer: Gute Ausgangsposition für Top-Liga-Runde
Herbert: „Unser Antrieb sind derzeit nur die Fans“
"Die Mädels wollten’s zeigen"
USC: Das Optimum erreicht
Jungen-Stützpunkt soll weiter bestehen

Januar 2004

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Zum Medien-Überblick

 

Norddeutschland - Eckernförder Zeitung 

Dienstag. 27. Januar 2004

Adelby kein Prüfstein

Der Eckernförder MTV hielt Wort: Ein 3:0 über den Tabellenletzten SV Adelby hatte Trainer Bernd Wilsberg angekündigt, und mit einem 3:0 (28:26,25:19,25:19)kehrten er und sein Team vom Schlusslicht der Volleyball-Regionalliga zurück. Nach ihrem vierten Sieg in Folge blicken die Eckernförder damit als frischgebackener Tabellenvierter auf ein ausgeglichenes Punktekonto von 12:12 Zählern.

Abgesehen von einigen Problemen im ersten Durchgang beherrschten die Eckernförder ihren Gastgeber nach Belieben. Während der Tabellenletzte zu keinem Zeitpunkt einen Nachweis seiner Regionalligatauglichkeit erbringen konnte, zeigten die Eckernförder durch ihren vierten Sieg in Serie, dass sie den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft endlich ablegen und sich in der Regionalliga etablieren wollen. „Allerdings wird es nun von Woche zu Woche schwerer werden, denn nacheinander warten jetzt die über uns stehenden Mannschaften auf uns“, relativiert Wilsberg die jüngsten Punktgewinne und verweist darauf, dass die letzten acht Punkte ausschließlich gegen unter dem EMTV stehende Teams eingefahren wurden. Schon am kommenden Wochenende wird den „Turnern“ ein ganz anderer Wind um die Nase wehen, wenn Tabellenführer Eimsbütteler TV seine Visitenkarte im Ostseebad abgegeben wird.

In Adelby konnte der EMTV die von Wilsberg ausgegebene Taktik zunächst nicht wie gewünscht umsetzen und schlug mit Ausnahme von Matthias Werner schlecht auf. „Wir fanden einfach nicht ins Spiel“, so Wilsberg. Dadurch konnten die Eckernförder das schlechte Annahmespiel der Gastgeber kaum nutzen und der SV Adelby blieb auf Tuchfühlung. Erst eine gelungene Aufschlagserie von Werner machte aus einem 14:14 eine Eckernförder 18:14-Führung, die aber wieder schmelzen sollte. Am Ende mussten die Eckernförder sogar einen Satzball abwehren, um am Ende knapp mit 28:26 die Nase vorn zu haben.

Damit war der Knoten dann allerdings auch geplatzt. Das Eckernförder Spiel wurde nun druckvoller, in vielen Szenen meinte es der Aufsteiger allerdings zu gut. „Wir wollten phasenweise zu schön spielen“, analysierte Wilsberg das Spiel seines Teams. Dennoch betrug der EMTV-Vorsprung meist vier, fünf Punkte, sodass nie die Gefahr bestand, den zweiten Satz eventuell abgeben zu müssen. Selbst wenn der SV Adelby hin und wieder bis auf zwei Fehler verkürzte, brachte er sich durch eigene Patzer immer wieder selbst aus dem Rhythmus. Ein 25:19 für den EMTB spiegelte den Satzverlauf letztlich korrekt wider. Ähnlich verlief auch der dritte Durchgang, in dem die Eckernförder ihre Konzentration halten konnten, sodass auch dieser Satz mit 25:19 an die Gäste ging. 

„Damit liegen wir voll im Soll. Den einen und anderen Punkt wollen wir allerdings noch gewinnen, auch wenn die Aufgaben jetzt schwerer werden“, zeigte sich Wilsberg nach Erreichen des Wunschergebnisses rundum zufrieden. Für den kommenden Sonntag sollten sich die Eckernförder allerdings nicht allzu viel vornehmen, denn zum einen kommt Tabellenführer Eimsbütteler, zum anderen fallen gleich mehrere „Turner“ aus, sodass Wilsberg nur eine Rumpfmannschaft aufbieten können wird.

Jürgen Griese

 

Norddeutschland - Geesthachter Anzeiger 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Geesthacht mit „4-Punkte“-Sieg in hitzigem Abstiegsduell

Über 200 Zuschauer beim 3:2 gegen Neustadt-Glewe

Es war eines dieser Spiele, bei dem es um beinahe alles ging. Zumindest für den VfL Geesthacht. Denn bei einer Niederlage wäre die Aussicht auf den Klassenerhalt fast nur noch theoretischer Natur gewesen. Doch das Team von Olli Müller behielt die Nerven und besiegte in einem hart umkämpften und emotional geladenen Spiel Neustadt-Glewe mit 3:2.

Geesthacht begann fulminant und legte mit einer 8:2 Führung früh den Grundstein für den Gewinn des ersten Satzes. Block und Feldabwehr – beide gaben zuletzt Anlass zur Kritik – standen wesentlich besser und sorgten für zahlreiche erfolgreiche Aktionen der Geesthachter. Besonders Ilja Machalowsky, der seinen ersten längeren Einsatz in der Saison hatte, überzeugte durch aufmerksame Blockarbeit und viele direkte Punktgewinne. Der erste Durchgang ging mit 25:20 an den VfL. Im zweiten Satz wachte dann auch Neustadt-Glewe auf und erspielte sich in einer Geesthachter Schwächephase eine 4-5 Punkte Führung, die sie trotz engagierter Gastgeber mit 25:20 zum Satzausgleich halten konnten. Im dritten Satz gewannen die Geesthachter den nötigen Biss zurück. 

Angestachelt von den aufgrund einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen aufgewühlten Neustädtern, wandelte sich die Partie zu einem hitzigen Abstiegsduell. Der gleichsam kleinste und lauteste Fan auf Seiten der Gäste fiel nun mehr als sonst schon durch seine unsportlichen Zwischenrufe auf und motivierte damit auch die Geesthachter Zuschauer zu noch stärkeren Anfeuerungen ihres Teams. Nach einer gelben Karte für Neustadt-Glewe durch einen Wutausbruch ihres Trainers, der mit einem Punktgewinn für den VfL bestraft wurde, nutzte Geesthacht diese Phase zum 25:19 Satzgewinn.

Doch Neustadt-Glewe gab sich nicht auf. Sie schworen sich nochmals aufeinander ein und kamen gestärkt in den vierten Satz zurück. Trotz der anhaltenden Lautstärke in der Halle wirkten das Geesthachter Spiel nun zerfahrener und Neustadt glich zum 2:2 aus. Tiebreak!

Nach einem 0:2 Rückstand erkämpften sich die Gastgeber durch sehenswerte Abwehr-, Block- und Angriffsaktionen eine 7:2 Führung. Alle Spieler hatten ihre Nerven voll im Griff und punkteten auch aus schwierigen Situationen. Der eingewechselten Matthias Ahlf zeigte dabei eine seiner besten Vorstellungen, schmetterte aus jeder Lage in das Feld der Gäste. Nach 2 Stunden und 3 Minuten war es soweit. Der ebenfalls starke Andrew Schmuck schlug den Gästeblock an, von dort aus segelte der Ball ins Seitenaus und Geesthacht konnte einen wichtigen Sieg feiern, der ihnen weiter alle Chancen im Kampf um den Klassenerhalt offen lässt.

 

Durch Siege der weiter unten stehenden Teams ist die Liga weiter spannend wie nie zuvor. Die Geesthachter liegen dabei auf dem vorletzten Platz mit nur 2 Punkten Rückstand zum Tabellendritten. Am kommenden Samstag um 15 Uhr muss Olli Müllers Mannschaft auswärts in Elmshorn antreten. Der Vorjahres-Vizemeister durchleidet derzeit eine Schwächephase um muss sich wider erwarten ebenfalls im Abstiegskampf behaupten.

 

Deutschland - DVV-News 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Avanciert Friedrichshafen zum Rekord-DVV-Pokalsieger?

Der VfB Friedrichshafen kann seine beeindruckende Statistik der vergangenen Jahre ein weiteres Mal aufbessern. Der Pokal-Titelverteidiger würde mit einem Sieg bei der DVV-Pokalendrunde am 31. Januar/1. Februar in Dessau zum Rekordsieger im DVV-Pokal avancieren. Zur Zeit liegen die „Häfler“ mit dem Hamburger SC und dem TSV 1860 München mit jeweils fünf Siegen gleichauf. Deutscher Rekord-Pokalsieger im Männerbereich ist allerdings das ehemalige DDR-Team von der HSG Wiss. Karlshorst, welches sieben Mal den DSVB-Pokal gewann.

Doch einfach wird es nicht für die Friedrichshafener, denn mit Halbfinalgegner MAOAM Mendig, dem VV Leipzig und insbesondere dem Deutschen Meister SCC Berlin stehen starke Konkurrenten auf der anderen Netzseite. Zudem muss die Mannschaft vom Bondesee am 28. Januar noch in der Champions League in Pärnu/Estland antreten und kann sich somit nicht optimal auf den Pokal vorbereiten. Zwar tritt auch der SCC Berlin am gleichen Tag in der Champions League an, doch entfällt der Reisestress aufgrund der Tatsache, dass die Berliner das italienische Spitzenteam aus Treviso zu Gast haben.

Mendig und Leipzig können sich dagegen intensiv auf die erste nationale Titelvergabe des Jahres vorbereiten. Beide Teams gehen als klare Außenseiter in die beiden Halbfinals, Mendig spielt am 31. Januar zunächst gegen Friedrichshafen (14.00 Uhr), Leipzig anschließend gegen Berlin (16.30 Uhr), doch beide Teams hoffen auf drei Effekte: 1) Berlin und Friedrichshafen haben das Champions League Spiel noch in den Beinen 2) Beide unterschätzen die Gegner 3) Beide Favoriten denken schon an das „Traumfinale“ Berlin – Friedrichshafen.

Alles andere als dies wäre auch eine Sensation, schließlich sprechen auch die Ergebnisse der diesjährigen Bundesligasaison eine deutliche Sprache. Dort siegten Friedrichshafen und Berlin jeweils ohne Satzverlust gegen ihre Halbfinalgegner. Am 1. Februar findet um 11.00 Uhr zunächst das Spiel um Platz 3 statt, um 13.30 Uhr beginnt das Finale.

Eine Woche später (7./8. Februar) in Schwerin ermitteln die Frauen-Teams des Schweriner SC, TV Fischbek Hamburg, USC Münster und TSV Bayer 04 Leverkusen den DVV-Pokalsieger bei den Frauen. Akkreditierungsformulare zu beiden Pokalendrunden gibt es in der DVV-Pressestelle oder hier im Internet.

 

Deutschland - Südwest Presse 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Ulm: Alle fit - alle heiß aufs Rückspiel

Es gibt bei den Volleyball-Damen des SSV Aliud Pharma derzeit nur ein einziges Thema: das Viertelfinal-Rückspiel im Top-Teams-Cup am morgigen Mittwoch beim Filathletic Club Vrilissia. Heute um 6.30 Uhr beginnt das mit Spannung erwartete Unternehmen Athen.

Nach dem 3:0 (25:18, 28:26, 25:22) in der Bundesliga-Partie beim USC Braunschweig sind ein paar Spielerinnen zu Mathias Eichinger gekommen und haben sich beschwert, weil sie nicht gespielt hatten. Und vor der Begegnung im Niedersächsischen wollte das Team unbedingt nochmal trainieren. Das macht klar: Jede der Schmetterkünstlerinnen ist begierig darauf, sich zu präsentieren, jede der elf Ulmerinnen - Zuspielerin Petra Kosnic darf im Europacup nicht eingesetzt werden - will sich morgen (18.30 Uhr Ortszeit/17.30 Uhr MEZ) auf dem Spielfeld den Traum vom Sprung ins Final Four erfüllen.

"Alle sind fit, alle sind heiß", hat Eichinger gestern vermeldet. Beim Wunsch, auch noch in Braunschweig zu trainieren, hat der Ulmer Coach abgewunken. Seine Begründung: "Drei Trainingseinheiten fürs Athen-Spiel müssen reichen. Die Woche wird hart genug. Die Spielerinnen sind zwar athletisch top-fit, unterschätzen aber die Strapazen dieser Woche." Schließlich steht nach der Rückkehr aus der Olympiastadt am Donnerstagabend schon am Samstag (18 Uhr, Kuhberghalle) wieder die Bundesliga-Pflicht gegen den VfB Suhl an.

Die Voraussetzungen vor dem Kräftemessen mit dem vierfachen griechischen Meister und aktuellen Tabellenführer sind klar: Nach dem 3:0 (26:24, 25:22, 25:14)-Sieg am vergangenen Mittwoch muss der SSV nur einen einzigen Satz gewinnen - oder eben bei einem 0:3 mehr Satzpunkte für sich verbuchen. "Wenn es saudumm läuft, könnte das 25:14 aus dem dritten Satz Gold wert sein", verdeutlicht Eichinger. Auf ein Rechenspiel will sich der 49-Jährige freilich auf keinen Fall einlassen: "Wir wollen hinfahren und das Spiel gewinnen."

Vor der voraussichtlich emotionalen Heimkulisse in der Athener Vorstadt will der Übungsleiter sein Team aber nicht zu sehr unter Druck setzen, gleich den ersten Satz gewinnen zu müssen. "Das Wichtigste ist, dass wir Ruhe bewahren."

Ein paar eindringliche Worte hat Eichinger auch an Sabrina Roß gerichtet. Für die Jung-Nationalspielerin, die auf der Diagonalposition beginnen wird - Alice Blom spielt im Außenangriff -, gilt im Spiel "Redeverbot". Schließlich hat die 23-Jährige die Angewohnheit, allzugerne Schiedsrichter-Entscheidungen zu kommentieren. Das allerdings sollte die sprungstarke Akteurin gegen Vrilissia tunlichst vermeiden, schließlich will niemand in der Ulmer Delegation die beiden Referees aus Serbien-Montenegro, die vier griechischen Linienrichter und den technischen Delegierten des europäischen Verbandes CEV (ebenfalls aus Hellas) gegen sich aufbringen. Eichinger hat verfügt, dass höchstens er selber oder Tanja Hart beim Schiedsrichter vorstellig werden.

Unterdessen hat sich Istanbul als einzige Stadt fristgerecht bei der CEV um die Ausrichtung des Final Four beworben. Münster und Tongeren (Belgien) wollen diesem Schritt folgen. Sollte sich der SSV qualifizieren, will Klaus Walser, der Ulmer Fanbeauftragte, am Donnerstag die CEV in einer E-Mail bitten, das Finalturnier an Tongeren und nicht nach Istanbul zu vergeben. "Es wäre doch eine ziemliche Frechheit, wenn drei Mannschaften, die relativ eng beieinander liegen, und ihre Fans in die entfernteste Ecke fliegen müssten", begründet Walser seinen Vorstoß. Freilich heißt es zunächst einmal für die Bewerber-Klubs wie für den SSV, sportlich alles klar zu machen. Am späten Mittwochabend wissen alle mehr.

K. Vestewig

 

Deutschland - www.volleyball.de  

Donnerstag. 29. Januar 2004

Wer soll in Münster die Bälle verteilen?

Staelens und Aßmann verletzt, Jurich nicht spielberechtigt

Das wird hart für den USC Münster: Im Viertelfinal-Rückspiel des Top-Teams-Cup gegen Lewski Sicono Sofia steht das Team von Axel Büring ohne Zuspielerin da. Weil sich nach Kim Saelens (Kreuzbandriss) auch noch Sandra Aßmann am Knie verletzte und Hella Jurich im Europapokal nicht spielberechtigt ist, wird heute Abend (19.30 Uhr, Halle Berg Fidel) wohl eine gelernte Angreiferin die Bälle verteilen müssen. Als wäre die Lage nicht schon prekär genug, hat sich nun auch noch Nationalspielerin Atika Bouagaa grippekrank abgemeldet. Der einzige Trost: Mit dem 3:0 im Hinspiel hat sich der USC ein Polster erarbeitet, das ein Erreichen der Endrunde dennoch möglich macht.

Die Diagnose war niederschmetternd: Die Knieverletzung, die sich Sandra Aßmann in Erfurt zugezogen hatte, wird wahrscheinlich eine längere Zwangspause nach sich ziehen: Innenbandanriss, Innenmeniskusanriss, zudem ist das Kreuzband der 18-Jährigen geschädigt worden. Es droht eine längere Sperre. Die Hoffnungen, Hella Jurich aufgrund der personellen Notlage doch noch für die europäische Bühne spielberechtigt zu bekommen, erfüllten sich nicht. Erwartungsgemäß erteilte der europäische Verband (CEV) dem Ansinnen des USC eine Absage. Statuten sind nun mal einzuhalten.

Gegen Sofia werden voraussichtlich Conny Dumler (Foto) oder Tonya Williams Regie führen, zudem wurde die 16-Jährige Katharina Holzgreve von der Zweitvertretung ins Training der Erstligatruppe beordert.

Keine tollen Voraussetzungen, aber kein Grund, frühzeitig zu resignieren: "Wir werden alles unternehmen, um dennoch weiterzukommen", sagt Büring. Wenigstens ist die Ausgangslage komfortabel: Ein Satzgewinn oder 66 Ballpunkte reichen, um ins Halbfinale einzuziehen.

fex

 

Deutschland - Harburger Rundschau 

Donnerstag. 29. Januar 2004

HTB: Schnell eingewöhnt

Harburg - "Ist das eine Tiefgarage?" Als die Verbandsliga-Volleyball-Männer des Harburger TB die Sporthalle Fadens Tannen in Norderstedt betraten, rutschte einem der Akteure dieser Satz aus dem Mund. "Die Halle war so flach, das habe ich noch nie erlebt", sagte HTB-Trainer Jörn Folster. Trotz der widrigen Umstände: Gastgeber und Tabellenschlusslicht TuRa Harksheide wurde mit 3:1 (15:25, 25:23, 25:20, 25:14) und der SC Concordia Hamburg mit 3:2 (25:22, 23:25, 25:27, 25:18, 15:7) bezwungen.

"Wir haben einen Satz gebraucht, um uns an die Spielverhältnisse zu gewöhnen", sagte der HTB-Trainer. So brauchte Zuspieler Tim Brencher seine Zeit, um die Pässe in der flachen Halle auf die starken Harburger Außenangreifer Simon Pawlowski und Jan Biermann genau zu timen. Ein Extralob gab es für Simon Pawlowski. "Er hat trotz schmerzhafter Daumenverletzung voll durchgespielt", lobte der Harburger Trainer.

masch

 

Deutschland - VfB Friedrichshafen-News 

Donnerstag. 29. Januar 2004

VfB Friedrichshafen: Ohne Alex Lenz nach Pärnu

FRIEDRICHSHAFEN - Am Mittwochmittag ist der VfB Friedrichshafen mit einer gecharterten „Hahn Air“-Maschine von Friedrichshafen aus in die estnische Hauptstadt Tallinn geflogen. Dort trägt das Team von Stelian Moculescu am Donnerstag (17 Uhr MEZ) sein Champions-League-Spiel gegen ESS Falck Pärnu aus.

An Bord 18-Personen-Maschine blieb ein Platz leer, weil Außenangreifer Alex Lenz nicht dabei war. Am fehlenden Visum hat es bei dem brasilianischen Angreifer nicht gemangelt. Sein Pass war schließlich als einziger von der estnischen Botschaft in der VfB-Geschäftsstelle angekommen. Vielmehr hatte ihn am Tag zuvor eine Magen-Darm-Grippe außer Gefecht gesetzt.

Umso wichtiger war es, dass die Pass-Odyssee von Bogdan Olteanu und Jovan Markovic ein gutes Ende nahm. Deren Reisepässe fehlten nämlich in dem Umschlag von der estnischen Botschaft, der völlig zerrissen beim VfB im Briefkasten lag. Nach einer stressigen Aktion mit (verpassten) Flügen von Stuttgart nach Berlin und zurück sowie etlichen Behördengängen waren die beiden Spieler in der Nacht zu Mittwoch wieder in Friedrichshafen eingetroffen.

„Ich habe 24 Stunden nicht geschlafen“, sagte ein sichtlich müder Bodgan Olteanu kurz vor dem Abflug, „aber ich habe wieder einen Pass.“ Auch Jovan Markovic hielt strahlend sein neues Reisedokument in der Hand. Dank des Organisationstalents von VfB-Manager Bernd Hummernbrum und dem Wohlwollen der ausländischen Behörden war das Unmögliche doch noch möglich geworden.

Wegen der Turbulenzen hatte Stelian Moculescu im Training einen Tag lang auf seine beiden Angreifer verzichten müssen, was den erfahrenen Coach nicht weiter aus der Ruhe brachte. Zur Beruhigung trägt vor dem Auswärtsspiel sicher auch bei, dass die Esten noch keinen einzigen Satz in vier Spielen gewonnen haben. „Unterschätzen dürfen wir sie allerdings nicht“, warnt Moculescu, „denn es ist ihre letzte Chance, noch etwas zu gewinnen“.

Der VfB wird in Tallinn - dort trägt Pärnu seine Heimspiele aus - also auf einen motivierten Gegner stoßen - der allerdings zu knacken sein dürfte. „Das Spiel der Esten ist nicht so kompliziert wie das der Franzosen“, hat Stelian Moculescu analysiert. Die Häfler Fans dürfen sicher sein, dass er schon eine Sieg-Strategie ausgetüftelt hat. Ob sie funktioniert, wird sich Donnerstag, 29. Januar ab 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr unserer Zeit) herausstellen.

 

Deutschland - Lippische Landes-Zeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Detmold: „Nur liebe Mädels reichen nicht"

Detmolder TV am Abgrund zur Regionalliga

Detmold (bas). "Ich frage mich, ob ich noch weitermachen soll." Peter Pourie, Trainer des Damenvolleyball-Zweitligisten Detmolder TV, platzte nach der jüngsten 0:3-Heimpleite gegen MTV Obernkirchen fast der Kragen. Zu emotionslos, zu leichtfertig kassierte sein Team in der jüngsten Vergangenheit die Niederlagen und steht unter normalen Umständen bereits mit einem Bein wieder in der Regionalliga. Doch Co-Trainer Michael Reinke gab gestern Entwarnung: Pourie schmeißt die Brocken nicht hin.

"Ich habe heute mit ihm telefoniert und er wird am Samstag in Hamburg auf der Bank sitzen. Seine Aussage war vielleicht auch als kleiner Denkanstoß für die Spielerinnen gedacht. Nach dem Motto: ,Was können wir als Mannschaft tun, um die Probleme zu lösen?'" Doch Michael Reinke schätzt die Tabellensituation - mit nur zwei Punkten rangiert der Aufsteiger bereits vier Zähler hinter dem Vorletzten CVJM Hamburg - realistisch ein.

"Auch wenn rechnerisch noch alles möglich ist: Wenn wir jetzt gegen Hamburg verlieren, ist es ganz aus." Denn die Lipper spekulieren mit einem Sieg in der Hansestadt zumindest auf den vorletzten Tabellenplatz. Offiziell steigen zwar zwei Teams direkt ab und eine weitere Mannschaft müsste in die Relegation. Reinke hofft aber leise auf den Aufstiegsverzicht oder den Rückzug eines anderen Vereins. Über diesen Umweg schlüpften die Detmolderinnen vor dieser Saison auch in letzter Minute in die zweite Liga.

Für den Volleyball-Macher beim Detmolder TV geht im Falle eines Abstiegs jedoch nicht die Welt unter: "Ich habe bereits mit Peter Pourie über die Zukunft geredet. Wir würden ihn gerne als Trainer halten, und er hat große Bereitschaft signalisiert. Das Ziel wäre natürlich der direkte Wiederaufstieg." So weit will der 48-Jährige allerdings noch gar nicht denken. "Bei uns herrscht keine Endzeitstimmung. Zuerst wollen wir unser Publikum, das uns unerwartet zahlreich die Stange gehalten hat, mit guten Leistungen entschädigen."

In diesem Zusammenhang hofft Reinke, dass die Spielerinnen endlich aus sich herauskommen: "Wir haben eine Ansammlung von lieben und netten Mädels. Aber das reicht nicht. Außer Monika Cloidt-Hilbrink und Lenka Kemna macht kaum jemand mal laut den Mund auf und stachelt die anderen an." Auf 100 Prozent körperliches Engagement bei 60 Prozent emotionalem Einsatz beziffert der ehemalige Bundesliga-Spieler die Leistung des Teams. Es fehle eine positive Grund-Aggressivität. Wie dieser Misstand allerdings in der Zukunft behoben werden kann, erschließt sich Reinke noch nicht: "Bei einer Neuverpflichtung für die nächste Saison kann ich ja schlecht sagen: ,Du bist zwar gut, aber zu lieb - wir nehmen dich nicht.' Außerdem kann man sportliche Defizite leider viel besser wegtrainieren, als die Mentalität zu ändern."

 

Deutschland - www.volleyball-bundesliga.de  

Donnerstag. 29. Januar 2004

Superlative beim TV Rottenburg nehmen kein Ende

Durch einen knappen 3:2-Erfolg gegen die TG Rüsselsheim bleibt die Festung Hohenberghalle in dieser Saison immer noch unerstürmt. Rund 700 „Knappen“ wehrten mit dem TVR die bisher heftigste Attacke ab. Rottenburg zog nach der Niederlage des einstigen Tabellenführers einen Tag später in Freiburg gar an den Hessen vorbei auf Platz vier der 2. Bundesliga.

Freunde werden sie vermutlich nicht mehr werden, Hans Peter Müller und Raimund Jeuck, die Trainer der beiden Mannschaften. Müller nimmt seinem Kollegen übel, Rottenburg als „sicheren Absteiger“ tituliert zu haben, „so etwas nach dem zweiten Spiel zu sagen stachelt uns nur an.“ Nach dem Spiel sprach Jeuck von einer unverdienten Niederlage, was Müller sicher wieder auf die Palme brachte. TVR-Magier Müller zauberte gegen Rüsselsheim wieder einmal Überraschendes aus dem Hut. Mit Thomas Kutter und Stefan Schneider in der Anfangssechs hatte niemand gerechnet. „Sie haben in Sonneberg gut gespielt und stark trainiert, deshalb ihr Einsatz“, sagt Müller.

Beide spielten ordentlich, den Grundstein für den Satzgewinn (25:23) legte aber Julian Trah mit einer Aufschlagserie, die der TVR bis zum Ende verteidigte. Dann kam die Zeit der TGR. Gästezuspieler Thilo von Hagen setzte seine Angreifer oft gelungen in Szene. Vor allem die Schnellangriffe über die Mitte, sonst das Rottenburger Paradestück, gelangen den Hessen eindrucksvoll. Mit 25:19 und 25:18 gingen die folgenden Sätze an die Gäste.

Zum Ende des dritten Satzes gab es einige umstrittene Entscheidungen des Schiedsgerichts, dass sich häufig mehr um Dinge abseits des Feldes kümmerte. TVR-Trainer Müller, emotional wie immer, feuerte aus Verärgerung sein Jackett zu Boden und wurde prompt mit der gelben Karte verwarnt. Ein Aufwacher für Mannschaft und Publikum. Im vierten Satz, mittlerweile mit Christian Copf und Robert Ziegler, wurde Rottenburg wieder stärker. Sie profitierten dabei auch von einigen Fehlaufschlägen und –angriffen der Gäste. 20:14 führten die Rottenburger und alles schien auf den entscheidenden fünften Satz hinzudeuten. Die Rüsselsheimer wollten aber Rottenburgs Serie knacken und kämpften sich auf 20:19 heran. Gut wenn man einen Elvis Seric hat. Rottenburgs Diagonalspieler, angeschlagen ins Spiel gegangen, übernahm in dieser Phase Verantwortung und machte die nächsten Punkte. „Elvis hat Knieprobleme und heute morgen von unserem Mannschaftsarzt Schwitalle mehrere Spritzen bekommen.

Trotzdem diese Leistung, unglaublich“, lobte Müller Publikumsliebling Seric. Mit 25:23 retteten sich die Rottenburger in den Tiebreak. Mittlerweile frenetisch angefeuert musste der TVR im fünften Satz einen Rückstand verkraften. Über 3:6 ging es zum 7:8 beim Satzwechsel. Zwei Asse von Robert Ziegler und zwei spektakuläre Blocks brachte die Bischofstädter auf die Siegesstrasse. Als Julien Clin den wichtigen Ball zum 14:12 verwandelte warf sich sein Trainer demonstrativ auf die Knie. Elvis Seric war es dann vorbehalten den Rottenburger Sieg zu sichern. Vorher recht unglücklich bei seinen Aufschlägen, setzte er seinen Sprungaufschlag diesmal an die Brust des Annahmespielers der Gäste. Von dort prallte der Ball unerreichbar ins Feld der Rüsselsheimer, 15:12 für Rottenburg - die Serie hält weiter. „Kein Wunder“, sagt dazu Robert Ziegler, „vor solch einer Kulisse kann man gar nicht verlieren.“

Rottenburg bleibt damit weiter auf Tuchfühlung zur Spitzengruppe. Der Tabellenzweite Sonneberg hat nur zwei Punkte Vorsprung. „Nach hinten ist es mittlerweile aber nicht mehr üppig“, spricht Müller auf die Ausgeglichenheit der Liga an. Mit Internat Frankfurt und Grafing spielen die Rottenburger am nächsten Wochenende gegen den Tabellenvorletzten und –letzten. Zwei Siege sind also fest eingeplant? „Es gibt keine leichten Gegner in dieser Liga“, warnt Müller. Nur eines ist wohl sicher, am kommenden Freitag wird die Hohenberghalle wieder voll werden.

Uwe Schröder

 

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Donnerstag. 29. Januar 2004

SCC verliert gegen Treviso 2:3

Heimspiel in der Champions League nach großem Kampf erst nach fünf Sätzen verloren. Gegen den italienischen Meister Sisley Treviso unterlagen die Berliner vor 2400 Zuschauern knapp mit 2:3 (22:25, 22:25, 25:23, 27:25, 9:15).

Treviso bleibt damit weiterhin Tabellenführer in der Gruppe A mit 10:0-Punkten. Berlin hat 2:8-Punkte und muss um den Klassenerhalt bangen. Um den Platz in der «Königsklasse» für den deutschen Volleyball in der kommenden Saison zu sichern, muss der dritte Platz belegt werden.

Die Entscheidung fällt am 4. Februar beim noch sieglosen polnischen Titelträger Pamapol AZS Tschenstochau, der bei Olympiakos Piräus 0:3 unterlag. Der ungeschlagene Bundesliga-Spitzenreiter, der das Hinspiel 1:3 verloren hatte, hielt gegen das erfahrene Top-Team aus dem Land des Europameisters durchaus mit und holte einen 0:2-Rückstand auf, zur Wende des Spiels reichte es aber nicht.

weg

 

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Donnerstag. 29. Januar 2004

Ulm und Münster trotz Niederlagen im Halbfinale

Es ist vollbracht: Der USC Münster und der SSV Ulm Aliud Pharma haben das Halbfinale im Top Teams Cup erreicht und treffen dort aufeinander. Was natürlich einen garantierten Platz für ein deutsches Team im Finale bedeutet. Beide Klubs hatten ihre Hinspiele mit 3:0 gewonnen und benötigen im Rückspiel nur einen Satzgewinn.

Münster hatte ohne die verletzten Zuspielerinnen Kim Staelens und Sandra Aßmann sowie Hella Jurich (nicht spielberechtigt) zunächst arge Probleme. USC-Coach Axel Büring bot Conny Dumler sowie Teee Williams als Zuspielerinnen auf, doch es dauerte bis zum 3. Satz, bis sich das Team gefunden hatte. nach 22:25 und 17:25 gewann Münster Satz drei mit 25:20 und machte damit den Finaleinzug perfekt. Der verlorene letzte Satz (23:25) tat nicht weiter weh.

Meister und Pokalsieger Ulm hatte schon nach Satz eins keine Sorgen mehr. Den gewann das Team von Trainer Mathias Eichinger mit 25:23 und konnte danach locker, aber engagiert weiterspielen. Die engen Satzergebnisse sprechen für sich: 22:25, 23:25, 25:23, 18:20).

weg

 

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Donnerstag. 29. Januar 2004

Aachen: Ist Parchim eine Reise wert?

Am Sonntag, 01.02.2004 steht für die Aachenerinnen die weiteste Ausfahrt der Saison auf dem Plan, das Spiel beim 1. VC Parchim. Um die strapaziöse Anfahrt etwas erträglicher zu gestalten, fliegen die Alemanninnen um 11.05 Uhr ab Flughafen Köln/Bonn nach Hamburg, um von dort noch knapp 1,5 Stunden mit dem Bus weiter nach Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) zu fahren. Den Rückflug tritt man um 19.35 Uhr wieder ab Flughafen Hamburg an, diesmal aber bis Düsseldorf, wo man am Sonntagabend um 20.30 Uhr hoffentlich mit zwei Punkten im Gepäck wieder landet.

Das Hinspiel gewannen die jungen Parchimerinnen in Aachen glatt mit 0:3, allerdings zeigen die Satzergebnisse (23:25, 17:25, 23:25), dass das Spiel keineswegs eine einseitige Angelegenheit war; vor allem der erste und der dritte Satz waren hart umkämpft.

Trotzdem sprechen die Vorzeichen vor diesem Match eindeutig für Parchim: schließlich tritt am Sonntag (Anpfiff 15 Uhr) der Drittletzte Aachen (12:16 Punkte) beim Tabellendritten (20:12 Punkte) an. Allerdings verrät ein Blick auf die Tabelle auch, dass alle Mannschaften vom 6. (MTV Obernkirchen) bis 10. Platz (Alemannia Aachen) jeweils acht Spiel verloren haben und auch der 4. und 5. nur ein Spiel weniger verloren haben.

Parchim hat - wie Aachen auch - dieses Jahr bereits drei Spiele bestritten, doch im Gegensatz zu den Aachenerinnen (2 Siege aus 3 Spielen) konnten die Parchimerinnen im neuen Jahr bislang nur ein Spiel gewinnen.

Nach dem knappen 3:2-Sieg bei WiWa Hamburg zu Jahresbeginn setzte es in Köpenick (1:3) und bei VCO Berlin (0:3) letztes Wochenende für Parchim gleich zwei Niederlagen. Allerdings steht für die Parchimerinnen auch der 3:0-Heimsieg gegen den Tabellenführer VCO Berlin in der Hinrunde zu Buche. Man sieht, dass die Leistungen der Parchimerinnen sehr schwankend sind. Wahrscheinlich wird die bessere Tagesform am Sonntag entscheiden.

Verzichten müssen die Aachenerinnen dabei leider auf Katja Nießen, die sich im letzten Heimspiel gegen CVJM Hamburg eine Knieverletzung zugezogen hat. Für sie wird aber Marion van Marwick aus der Oberliga-Mannschaft mit von der Partie sein.

Die Alemanninnen wollen versuchen, in diesem letzten Match vor einer zweiwöchigen Aachener Spielpause (14.02. Heimspiel gegen USC Münster II, 22.02. Heimspiel gegen WiWa Hamburg) die Punkte aus Mecklenburg-Vorpommern zu entführen. Bei einem Sieg könnten die Aachenerinnen einen Sprung in der Tabelle nach vorne machen und weiter Anschluss an das Mittelfeld halten. Also bleibt zu hoffen, dass die Alemanninnen nach ihrer Heimkehr am Sonntag Abend sagen können: „Parchim war eine Reise wert!“

Bina Rollersbroich

 

Deutschland - Berliner Morgenpost 

Donnerstag. 29. Januar 2004

SCC: Volleyball zum Verlieben

Der deutsche Meister SCC zeigt vor 2400 Fans gegen die italienischen Stars aus Treviso eine tolle Leistung, verliert knapp und legt Protest ein

Wenige Minuten vor Spielbeginn kam vom Hallensprecher die Durchsage, dass auf der Zusatztribüne an der Stirnseite noch Plätze frei seien. Und dies aus gutem Grunde: Die Tribünen auf den Längsseiten waren bis auf den letzten Platz gefüllt, selbst auf den Treppenstufen drängelten sich die Zuschauer. Szenen, die sich bei einem Auftritt des SC Charlottenburg so noch nie abgespielt haben.

Insgesamt 2400 Fans waren es, so viele wie noch nie, die die Begegnung in der Volleyball-Champions-League zwischen dem SCC und dem Starensemble von Sisley Treviso verfolgten. Und niemand dürfte sein Kommen bereut haben, denn es gab Volleyball zum Verlieben. In einem hochklassigen und dramatischen Match unterlagen die Gastgeber zwar 2:3 (22:25, 22:25, 25:23, 27:25, 9:15). Aber sie zeigten dem frenetisch mitgehenden Publikum dabei die beste Saisonleistung und eine grandiose Aufholjagd gegen eine der besten Mannschaften der Welt. "Wie wir uns nach dem 0:2-Satzrückstand selbst wieder aufgerichtet haben, das war sensationell", freute sich Geschäftsführer Günter Trotz. Allerdings legte der SCC Protest ein, da Treviso einen Spieler einsetzte, der nicht auf dem Spielerprotokoll stand. "Die Entscheidung über die Wertung muss der Europäische Verband CEV fällen", sagte Trotz.

Nach einem Tie-Break-Krimi sah es die ersten beiden Sätze ganz und gar nicht aus. Mit der Abgeklärtheit einer absoluten Spitzenmannschaft spielten die Italiener die beiden Durchgänge herunter - ohne zu glänzen, aber es reichte. Dabei wirkten der 2,16 Meter große russische Nationalspieler Stanislav Dineikin und die italienischen Stars Samuele Papi und Alessandro Fei jederzeit so, als könnten sie zur Not mehrere Schippen drauflegen. In den Pausen beschäftigte sich Dineikin mehr mit dem Tape an seiner rechten Hand als mit dem Gegner.

Doch die Gäste, die in den letzten zehn Jahren sechs Mal den nationalen Meister-Titel in der stärksten Liga der Welt gewannen, bekamen im dritten Durchgang zunehmend Probleme. Auf einmal spielten sich die Berliner in einen Rausch und holten sich den dritten Satz. Von nun an war die Partie, die auf dem Papier von vorneherein entschieden schien, völlig offen.

Im vierten Durchgang, dem hochklassigsten der zweistündigen Begegnung, hielt der deutsche Meister mit einem nun überragenden Marco Liefke lange einen Vorsprung von zwei Punkten. Selbst als es plötzlich 21:19 für Treviso stand, verlor die junge SCC-Mannschaft nicht die Nerven, sondern schaffte den viel umjubelten Satz-Ausgleich. Erst im Tie-Break konnten die Gäste dann ihre Routine ausspielen und sicherten sich den fünften Sieg im fünften Spiel.

Sie gehen nun mit einer makellosen Bilanz in die letzte Partie gegen den Zweitplatzierten Olympiakos Piräus (der gestern AZS Pamapol Czestochowa 3:0 besiegte) und sind damit großer Favorit für den direkten Einzug ins Viertelfinale. Neben den fünf Gruppensiegern qualifiziert sich nur der beste Zweite für die nächste Runde.

Für den SCC steht dagegen kommenden Mittwoch bei Czestochowa - gegen die Polen gelang beim 3:2 in eigener Halle der bislang einzige Sieg - die mögliche Abschiedsvorstellung an. Trotzdem steht noch einiges auf dem Spiel, denn in Czestochowa geht es um den zweiten deutschen Platz für die kommende Saison in der Champions League. Diesen würde man automatisch verlieren, wenn der SCC noch auf den letzten Platz der Gruppe A rutscht.

Sebastian Schlichting

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

VV Leipzig will im vierten Anlauf endlich ins Finale

Leipzig. In der Meisterschaft pfui, im Pokal hui - so präsentieren sich die Leipziger Volleyballer seit Jahren. Zum vierten Mal in Folge hat der VVL die Endrunde der besten vier Teams erreicht. Dreimal holte er dort die Bronzemedaille, aber das Endspiel blieb ein Traum. Am Wochenende in Dessau soll sich das ändern. Voraussetzung: Ein Sieg im Halbfinale gegen den Meister und ungeschlagenen Bundesliga-Spitzenreiter SCC Berlin.

Es wäre eine Sensation, es wäre die Rettung einer verkorksten Saison, "es wäre enorm wichtig für den Verein, für die Mannschaft und für mich", weiß der in die Kritik geratene Trainer Zoran Nikolic. Deshalb bereitet er seine Truppe akribisch vor: Einzelgespräche, Video-Analyse, auf die Berliner Angreifer zugeschnittenes Training. "Wenn wir an uns glauben, jeder sein Maximum bringt, haben wir eine große Chance", sagt Nikolic.

Beim Bundesliga-0:3 gegen den SCC vor elf Tagen in Leipzig hielten seine Männer in allen drei Sätzen mit, patzten aber in den entscheidenden Situationen. "Wir brauchen mehr Konzentration", fordert der Coach, "müssen unsere Punkt-Gelegenheiten konsequenter nutzen, dürfen nicht so viele einfache Bälle verschenken."

Der Meister, im Dauerstress zwischen Meisterschaft und Champions League, zeigte zuletzt Verschleißerscheinungen, quälte sich zu einem 3:2 über Bad Saulgau. Die Berliner sind müde "und in Gedanken schon im Endspiel", meint Nikolic, "als Außenseiter sind wir mental im Vorteil."

Manager Frank Thiele erwartet zumindest eine ordentliche Leistung. "Ich hoffe aber, dass die Mannschaft endlich mal über sich hinauswächst und ein Zeichen für die Leipziger Volleyball-Familie setzt." Die ist in Dessau zahlreich vertreten. Mehr als 200 Fans werden ihr Team in der Anhalt Arena unterstützen.

Sonnabend, Halbfinals, 14 Uhr: VfB Friedrichshafen - MAOM Mendig, 16.30 Uhr: VV Leipzig - SCC Berlin. Sonntag, 11 Uhr: Spiel um Platz 3, 13.30 Uhr: Finale. Tickets (ab 8 Euro) bis heute 15 Uhr in der VVL-Geschäftsstelle (Arena) oder tel. unter 0340/2 04 14 42.

Ticket-Verlosung 
Unsere Zeitung vergibt 5x2 Turnierkarten an die ersten Anrufer, die heute ab 14 Uhr die Nummer 01805/218122 wählen.

Steffen Enigk

 

Deutschland - Die Welt 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Weg nach Athen führt für Pohl/Rau über Rom

Die Beachvolleyball-Europameisterinnen streben mit ihrem italienischen Trainer Marco Solustri nach Perfektion

Trainerwechsel im Spitzensport sind heutzutage Medienereignisse erster Ordnung. Wochenlang vorher wird meist öffentlich über eine bevorstehende Ablösung des Amtsinhabers diskutiert, sie abgelehnt oder befürwortet. Der Wachwechsel bei der deutschen Spitzenformation im Beachvolleyball, Stephanie Pohl und Okka Rau aus Hamburg, ging dagegen fast lautlos vonstatten. Der frühere Coach der Volleyball-Nationalmannschaft der Herren, der Hamburger Olaf Kortmann, gab vor Wochen seinen Job ab. Der italienische Erfolgstrainer Marco Solustri übernahm. Er hatte im Sommer die Österreicher Berger / Doppler zum ebenso unerwarteten wie spektakulären Gewinn der Europameisterschaft am Beach geführt und auch schon mit der italienischen Nationalauswahl Triumphe gefeiert.

Stefanie Pohl gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie über den inzwischen gar nicht mehr ganz so neuen Übungsleiter spricht: "Er ist mit extrem viel Leidenschaft dabei und arbeitet 150-prozentig. Das ist die optimale Wahl. Er hat eine sehr positive Ausstrahlung und ist ein Supertyp, der uns stark zu motivieren versteht."

Okka Rau und Steffi Pohl waren unzufrieden damit, dass Kortmann ihnen nicht ständig zur Verfügung stand. "Olaf ist sicherlich der bestgeeignete Trainer in Deutschland, aber wir konnten es nicht länger akzeptieren, dass er zu wenig Zeit für uns hatte", begründete Steffi Pohl die Trennung und fügt verständnisvoll hinzu: "Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste und muss zusehen, sich eine solide berufliche und finanzielle Basis zu schaffen. Das haben wir schon verstanden."

Immerhin hatte es Kortmann im vergangenen Jahr geschafft, die beiden attraktiven Sportlerinnen zum Titelgewinn bei der Europameisterschaft zu führen. Und natürlich wäre es für ihn auch reizvoll gewesen, sie zu den Olympischen Spielen in Athen zu begleiten.

Gleichwohl scheinen ihm die Erfolgsaussichten dort nur gering zu sein, obwohl Rau / Pohl bei der EM die als leistungsstärker eingeschätzten Duos aus Tschechien und Italien eingebuddelt hatten. Speziell die Sportlerinnen aus Brasilien und den USA haben Vorteile im technisch-koordinativen Bereich. Dennoch sind Rau und Pohl durch Trainingsfleiß, Ehrgeiz und die Spezialisierung auf die Beach-Variante des Volleyballs bis auf Platz zehn in der Weltrangliste vorgerückt - eine ungewöhnliche Performance.

Die Chance, bis ins Halbfinale vorzustoßen, ist andererseits bei Olympia deutlich größer als bei jedem Turnier der Weltserie. Bei den Sommerspielen in Athen dürfen aus jedem Land, auch aus den führenden Nationen USA und Brasilien, nur jeweils zwei Paare antreten. Hinzu kommt, dass Auslosung und Tagesform oft eine zent-rale Rolle spielen. Mit Glück könnte also doch klappen, was Jörg Ahmann und Axel Hager (Hamburg) vor knapp vier Jahren in Sydney vorgemacht haben: eine olympische Medaille zu erringen. Auch den beiden hatte kaum jemand einen derartigen Coup zugetraut. Steffi Pohl windet sich ein wenig, eine Medaille als konkretes Ziel auszugeben: "Wir rechnen damit nicht, wollen aber auf jeden Fall gute Leistungen zeigen."

Die Qualifikation für Olympia ist zwar noch nicht amtlich, aber so gut wie sicher. Denn in der abgelaufenen Saison sammelten die beiden Norddeutschen auf den internationalen Top-Turnieren derart viele Weltranglistenpunkte, dass der Vorsprung vor den nächsten beiden deutschen Teams Müsch / Lahme und Ahmann / Vollmer so sehr anwuchs, dass er bis zum Stichtag der Nominierung am 11. Juli 2004 praktisch nicht mehr wettzumachen ist. Da zumal ja zwei deutsche Zweier-Teams nach Athen reisen.

Werner Langmaack

 

Deutschland - Heilbronner Stimme 

Donnerstag. 29. Januar 2004

SV Sinsheim: Vieles spricht für Borgert

Nichts Neues beim SV Sinsheim: Der Tabellenzweite der 2. Volleyball-Bundesliga Süd ist bei seiner Suche nach einem neuen Trainer noch nicht fündig geworden. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir quälen uns sehr. Es ist nicht so einfach, mitten in der Runde einen Trainer zu verpflichten", sagt Abteilungsleiter Heinz Stegmaier und kündigt an, dass es am Wochenende weitere Gespräche geben werde.

Geht es nach Stegmaier, soll es so schnell wie möglich zu einer Lösung kommen. Denkbar sei auch, dass Interimscoach Waldemar Borgert die Mannschaft bis zum Saisonende betreue. "Es gibt solche Überlegungen. Wir sind sehr zufrieden mit Waldemar Borgert, und wir sehen auch, dass er mit den Spielerinnen klar kommt", erklärt Stegmaier. "Wichtig ist, dass die Mannschaft weiß, wie es weiter geht. Die Mannschaft braucht Gewissheit."

Die Spielerinnen, so scheint es, würden mit Borgert gerne weiter zusammenarbeiten. "Wir rechnen es ihm hoch an, dass er in die Bresche gesprungen ist, als Stefan Bräuer uns verlassen hat", hatte Spielführerin Julia Prus schon vor zweieinhalb Wochen betont. Der Erfolg jedenfalls spricht für Borgert: In drei Spielen unter seiner Leitung gab es drei Siege.

Ob dem SV Sinsheim nun sogar der ganz große Coup gelingt - und er die Meisterschaft feiern kann? Stegmaier tritt auf die Euphoriebremse. " Wir haben in der Rückrunde mehr Auswärts- als Heimspiele. Ich glaube eher, dass wir etwas abrutschen werden."

(esc)

 

Deutschland - Neue Ruhr Zeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

"Adler" bestens gerüstet

In einem kurzfristig angesetzten Testspiel schlug Volleyball-Zweitligist Moerser SC die mit drei Erstligaspielern angetretene Bundeswehrauswahl klar mit 4:0, wobei lediglich der erste Satz recht ausgeglichen war. In der Truppe von Trainer Igor Atbutina überragte Angreifer Georg Grozer, und auch der junge Radomir Mijovic glänzte zwei Sätze lang auf der Position des zunächst beruflich verhinderten Pieter-Jan Waale. Nils Lieber wurde wegen Problemen an der Patellasehne geschont.

Die "Adler" zeigten sich insgesamt bestens gerüstet für die kommende Auswärtsaufgabe am Sonntag um 18 Uhr bei TuB Bocholt.

 

Deutschland - Sächsische Zeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Ssuschke! Mit drei „S“!

Zwei vor dem u, eins nach dem u…

Wie oft sie ihren Namen schon falsch geschrieben vorgefunden hat – darüber hat Corina Ssuschke längst den Überblick verloren. Wirklich wichtig ist ihr das allerdings nicht. Im Gegensatz zum Volleyball, der für die 20-jährige Mittelblockerin vom Dresdner SC schon lange das Wichtigste im Leben ist. Dabei wäre aus der schon als Kind hoch gewachsenen Corina fast eine Hochspringerin geworden. Da allerdings hätte sie erst einmal Mehrkampf betreiben müssen – „und auf Kondition bolzen war ich nun wirklich nicht aus.“  

 „Es war einmal eine kleine Corina. Die war 12 Jahre alt, lebte in Chemnitz und wurde eines Tages von einer Volleyball-Trainerin entdeckt.“ So beginnt die Geschichte der Volleyballerin Corina Ssuschke, die drei Jahre später auszog, in Dresden ihr sportliches Glück zu finden.

 
Dabei wäre statt dem Hallenparkett fast die Hochsprungmatte ihr Zuhause geworden. „Mein Vater wollt unbedingt, dass ich Hochspringerin werde. Allerdings hätte ich als Leichtathletin auch jede Menge Kondition bolzen müssen. Und das konnte ich mir dann überhaupt nicht vorstellen“ Als im Schulsport Volleyball an der Reihe war, freundete sich Corina Ssuschke schnell mit Ball und Netz an. Kein Wunder – überragte die heute 1,87m große Frau schon damals ihre Mitschüler. Kurz darauf meldete sie sich für eine AG Volleyball in der Schule an und wurde prompt beim ersten Training von einem Talente-Scout des Chemnitzer Polizeisportvereins angesprochen. Und da auch der Papa damit sehr glücklich war – schließlich hatte er selbst viele Jahre Volleyball gespielt – stand Corina fortan jeden zweiten Nachmittag in der Sporthalle und übte bei Gerda Lermer Schmettern, Baggern und Blocken.  

Schon drei Monate später wurde sie in die Sachsenauswahl berufen. Allerdings ging die Premiere gehörig daneben. „Die hatten mich vor allem eingeladen, weil ich so groß war. Da ich aber erst seit ein paar Wochen gespielt hatte, war ich im Vergleich zu den anderen Mädels natürlich extrem schlecht“. Die Volleyball-Karriere schien beendet, noch bevor sie wirklich begonnen hatte. Doch zwei Jahre später hatte sich Corina soweit entwickelt, dass sie noch einmal eine Chance bekam. Und die nutzte sie dann. „Dabei hat mich Sergey Danilov gesehen und mich sofort gefragt, ob ich nicht nach Dresden kommen wolle. Nach kurzem Überlegen habe ich ja gesagt und bin dann Hals über Kopf mitten im Schuljahr zum DSC gewechselt.“ 

Die ersten Monate – sie waren keine einfache Zeit. Von der vertrauten Umgebung mit vielen Freunden in die nüchterne Umgebung des Internates auf der Parkstraße. „Also das erste Jahr war schon extrem schwer“ blickt Corina Ssuschke zurück “Ich bin halt auch nicht der Charakter, der durch die Gegend rennt und jeden Menschen mit einem ´Hab mich mal lieb´ begegnet“.  

Sportlich geht es von nun an permanent bergauf. Auch wenn ihr damaliger Trainer viel Geduld mit ihr brauchte. Doch Sergey Danilow baut auf die Mittelblockerin, gibt ihr immer wieder eine Chance. Und dass zahlt sich aus. Über die Stationen DSC Jugend und VC Olympia gelingt ihr mit 18 der Sprung in die erste Mannschaft. Das erste Mal ganz oben in den Schlagzeilen war sie vor fast genau zwei Jahren – da verwandelte Corina Ssuschke unter großem Jubel in heimischer Halle den Matchball im Pokalfinale gegen Hamburg.  

Inzwischen spielt sie die dritte Saison bei den „Großen“ und ist drauf und dran sich unter Trainer Arnd Ludwig einen Stammplatz zu erkämpfen. „Für mich ist ´Lupo´ einer der besten Coaches, die es in Deutschland gibt. Menschlich ein toller Typ und auch fachlich kann ihm keiner etwas nach sagen.“ Fast parallel mit dem Sprung in die erste Mannschaft hat Corina auch eine Lehre zur Versicherungskaufrau begonnen. Da der Ausbilder auch noch einer der DSC-Sponsoren ist, lässt sich Job und Sport ganz gut koordinieren. Im Sommer stehen die letzten Prüfungen an. „Was danach kommt, weiß ich jetzt wirklich noch nicht. Aber nur Volleyball kann ich mir nicht vorstellen. Ich möchte auf jeden Fall irgendwo arbeiten, sonst würde ich wahrscheinlich durch drehen“.  

Leistungssport und Ausbildung – da bleibt so gut wie keine Zeit für ein Privatleben. Und so ist es kaum ein Wunder, dass im Urlaub meist nur Beine hochlegen angesagt ist. „Das läuft ganz klischeehaft - Sonne, Strand, Meer und braun werden. Aber ganz ohne Sport geht´s auch dort nicht. Spätestens am dritten Tag muss ich mich irgendwie bewegen.“  

Und die Zukunft? „Klar habe ich schon mal darüber nachgedacht, ins Ausland zu wechseln. Das einzige Land, das für Volleyballer da wirklich interessant ist, ist Italien. Aber das kommt für mich derzeit nicht in Frage. Erstens habe ich noch nicht das Leistungsniveau, um für die Spitzenteams interessant zu sein. Und außerdem will ich derzeit auch gar nicht weg. Alle meine Freunde sind hier in Dresden, der Verein kümmert sich wirklich rührend um uns – und schließendlich will ich mit dem DSC auch noch Deutscher Meister werden!“

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Volleyballerinnen der A-Jugend in der Endrunde

1. VC Parchim gewinnt Turnier in Stralendorf

Parchim/Stralendorf Der MSV Pampow war Ausrichter des Zwischenrundenturnieres zur Landesmeisterschaft der A-Jugend-Volleyballerinnen in Stralendorf. Sechs Mannschaften wollten hier die drei Fahrkarten für das Finale ausspielen.

Das Problem für Parchim war, dass die Mädchen des Deutschen Meisters der A-Jugend befanden sich zum Spieltag der 2. Bundesliga in Berlin. Glücklicherweise kann sich der Verein auf seinen Nachwuchs aus der Verbands- und Bezirksliga verlassen.

Mit klaren Ergebnissen in der Vorrunde schafften sie sich eine gute Voraussetzung. Weder Ueckermünde noch Uni Rostock hatten eine echte Chance gegen das Parchimer Team, das jeweils klar 2:0 gewann.

Trotz Heimvorteil hatte auch Pampow im Halbfinale gegen den 1. VCP nichts zu bestellen (2:0 /-12; -14). Im Finale dieser Zwischenrunde trafen die Parchimerinnen auf den VfL Bergen. Beide Mannschaften lieferten ein niveauvolles Match. Die größere Ausgeglichenheit auf Parchimer Seite gab am Ende den Ausschlag für den Spielausgang. Mit 25:21 und 25:19 holten sich die jungen Pütter Damen den Zwischenrundensieg und die Fahrkarte für das Finale der Landesmeisterschaft am 28. Februar in der Parchimer Fischerdammhalle.

Das Trainergespann Matthias Hoffmeister und Jochen Stüwe war mit der Leistung der Mannschaft zufrieden, hatten sie doch durch die laufende Spielsaison wenig Möglichkeiten zur Vorbereitung.

Mit diesem Auftritt sollten einige der Spielerinnen jetzt auch die Möglichkeit bekommen, neben den Bundesligaspielerinnen im Finale der A-Jugend-Landesmeisterschaft und hoffentlich auch darüber hinaus präsent zu sein. Vielleicht gelingt sogar die Titelverteidigung.

Steffen Blasek

 

Deutschland - Westdeutsche Zeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Bayer: Gute Ausgangsposition für Top-Liga-Runde

Vor dem Start der Top-Liga-Runde in einer Woche haben die Volleyballer des SV Bayer eine gute Ausgangsposition.

Wuppertal. "Ich bin mehr als zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Platz vier nach Abschluss der Normalrunde liegt über unseren Erwartungen." Helmut Glimpf hätte geglaubt, dass ihn Volleyball-Bundesligist SV Bayer mehr Nerven kosten würde, um das Ziel "Qualifikation für die Top-Liga-Runde" zu erreichen. Für den Team-Manager waren die Heim-Niederlagen gegen Leipzig (1:3) und Humann Essen (2:3) bittere Pillen. Es folgten die einkalkulierten Niederlagen gegen Friedrichshafen und den SCC Berlin. Doch mit den Erfolgen gegen die direkten Konkurrenten um Platz sechs, Unterhaching und Düren, zogen sich die Wuppertaler am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Den vierten Platz hält Glimpf aus organisatorischen Gründen sogar für den besseren Platz gegenüber dem dritten, weil der Wechsel zwischen Heimund Auswärtsspielen günstiger gelegen ist.

Am Samstag, 7. Februar, tritt der SV Bayer um 19.30 Uhr im ersten Spiel der Top-Liga-Runde beim ewigen Rivalen evivo Düren an. Dort brennt man nach der 2:3-Niederlage in Wuppertal auf eine Revanche. "Das war für die wie ein Stich ins Herz", sagt Glimpf und weiß, dass die Dürener Halle zu einem Hexenkessel wird. Die weiteren Spiele für den SV Bayer in der Top-Liga-Runde:

·  Mi., 11. Februar, 19.30 Uhr, Heimspiel gegen den SCC Berlin 
·  So., 15. Februar, 15.30 Uhr, Heimspiel gegen Mendig 
·  Fr., 20. Februar, 19 Uhr, in Unterhaching 
·  So., 22. Februar, 15.30 Uhr, zu Hause gegen Friedrichshafen 
·  So., 29. Februar, 15.30 Uhr, Heimspiel gegen Düren 
·  So., 7. März, 15 Uhr, in Berlin 
·  Sa., 13. März, 20 Uhr, in Mendig 
·  So., 21. März, 15.30 Uhr, Heimspiel gegen Unterhaching 
·  Sa., 27. März, 19 Uhr beim VfB Friedrichshafen.

Im Hinblick auf die anschließende Play-off-Runde glaubt Glimpf an einen Zweikampf zwischen Wuppertal und Düren um die Plätze drei und vier. Klarer Titelfavorit ist für ihn Friedrichshafen. Grund: Der SCC Berlin muss derzeit der Doppelbelastung aus Meisterschaft und Champions League Tribut zollen. Am Wochenende wird in Dessau die Pokal-Endrunde zwischen Berlin, Friedrichshafen, Leipzig und Mendig ausgespielt. Auch der SV Bayer wäre gerne dabei gewesen, aber man scheiterte am Zweitligisten Königswusterhausen. Eine Niederlage, die Glimpf mehr ärgert, als das Aus im Europacup gegen Sete.

Thomas Besche

 

Deutschland - Freies Wort 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Herbert: „Unser Antrieb sind derzeit nur die Fans“

SONNEBERG – Nach dem überraschenden 3:1-Sieg am Wochenende beim VfB Friedrichshafen II stehen die Zweitliga-Volleyballer des 1. Sonneberger SC 04 sensationell auf dem 2. Tabellenplatz ihrer Staffel. Das aber ist jener Platz, der nach der diesjährigen Aufstiegsregel zur Teilnahme am Relegationsturnier für die 1. Liga berechtigen würde.

Ist da plötzlich ein zweiter Bundesliga-Standort für Südthüringen drin? Wir sprachen dazu mit dem Kapitän des 1. SSC 04, Enrico Herbert aus Steinach.

Wie geht dein Team mit dieser neuen Situation um? 
E. Herbert: Für uns alle ist dies noch unbegreiflich. Noch nie haben wir in der zweithöchsten Klasse auf dem zweiten Platz gestanden. Auf der Heimfahrt von Friedrichshafen haben wir natürlich schon ein bisschen geflachst und uns mit Sprüchen amüsiert, dass nächstes Jahr die Berliner zu uns „Waldbauern“ nach Sonneberg fahren müssen oder dass wir in spätestens fünf Jahren in der Champions League auf Maxicono Parma, einer der besten Clubs der Welt, treffen könnten. Aber jetzt mal im Ernst: Die Saison ist natürlich noch längst nicht gelaufen. Wir haben noch sehr viele schwere Spiele zu bestreiten. Und wie wir die neue Situation mental verkraften, werden wir schon am Samstag im Heimspiel gegen Friedberg zeigen müssen.

Aber man kann ja wenigstens mal fragen! In welchem Modus wird diese bewusste Relegation ausgespielt? 
E. Herbert:
Der Drittletzte aus der 1. Bundesliga spielt in einem Dreierturnier mit den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga/Nord und Süd. Nur der Gewinner dieses Turnieres spielt in der nächsten Saison 1. Bundesliga.

Worin liegen die Ursachen für diesen überraschenden Höhenflug? 
E. Herbert:
Für uns hieß bei Saisonbeginn das Ziel lediglich Klassenerhalt. Nach dem Rücktritt unseres langjährigen Trainers Günther Thomae und diesem ganzen Theater mit seinem kurzzeitigen Nachfolger hatte uns niemand etwas zugetraut. Zudem war unsere Spielerdecke sehr dünn, denn auf die Spielerlaubnis von Adis Katanovic mussten wir sechs Spieltage warten. Deshalb haben wir weder vom Management noch von unseren Anhängern Druck erhalten. Und deshalb ging vieles sehr viel leichter, da wir befreit aufspielen konnten.

Gerüchte besagen, dass einige Spieler seit längerem kein Geld erhalten hätten. 
E. Herbert:
Leider sind das keine Gerüchte, sondern knallharte Tatsachen. Selbst auf die kleinen Siegesprämien warten wir seit drei Monaten vergeblich. Dabei kommen auf jeden Spieler neben den Punktspielen pro Woche mindestens noch zehn Stunden für Training dazu, also müssen auch die Familien der Spieler zurück stecken. Doch zum Glück sind alle Spieler mit dem Herzen dabei und spielen auch ohne Gage. Dass dieser Enthusiasmus ewig anhalten wird, wage ich aber zu bezweifeln. Und ich muss es so klar sagen: Unser einziger Antrieb sind momentan unsere vielen Fans.

Interview: Jens Piehler

 

Deutschland - Münstersche Zeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

"Die Mädels wollten’s zeigen"

Münster - Der unbedingte Wille, das Beste zu geben, und der Spaß, ungewohnte Aufgaben zu lösen, waren für die Beteiligten die Schlüssel zum Weiterkommen auch ohne gelernte Zuspielerin.

Trainer Axel Büring - war nach dem 1:3 "stolz auf das Erreichen der Endrunde." In den ersten zwei Sätzen habe das Team über die neuen Aufgaben "vergessen, Block/ Abwehr zu spielen und zu kämpfen". Im dritten Satz habe die Mannschaft "eine Schüppe drauf gelegt, vor allem emotional. Die Mädels wollten’s zeigen! Wichtig war, dass wir mit Spaß versucht haben, die Aufgaben zu lösen." Die Konstellation ohne Zuspielerin zu üben, macht für ihn erstmal keinen Sinn: "Wir haben erst mal ein paar andere Dinge vor."

Der USC-Geschäftsführer Achim Barbknecht - nahm den Fehler mit der verpassten Nachmeldung von Hella Jurich bei der CEV auf seine Kappe: "Für uns stellte sich diese Frist ausschließlich für ausländische Spielerinnen da. Es ist unser Fehler, dass wir da nicht intensiver nachgegangen sind."

Die meisten Bälle stellte gestern Conny Dumler - " zum ersten Mal in ihren Leben. "Ganz in Ordnung", meinte sie bescheiden zum Debüt in der Regie. Motiviert durch die "total ungewohnte" Rolle fand Dumler das Spiel "anfangs ein bisschen konfus. Aber ich habe geglaubt, dass wir eine Chance haben und jeder hat für jeden gespielt."

Hella Jurich - freute sich am Seitenrand, dass die anderen "Connys und Teees Pässe ausgeglichen haben. Es war ein bisschen schwierig, da zu stehen und zu denken: Das geht doch leichter."

Kapitän Johnny Reinink - sagte, was alle sahen: "Wir wollten unbedingt weiterkommen. Wir hatten nicht groß Druck von außen, aber von uns selbst." Ob Jurich vielleicht doch in Istanbul dabei sein könne" "Leise Hoffen darf man ja."

"Wir haben gesagt: Wir geben unser Bestes", verriet Andrea Berg - das Ziel einer "Mannschaft, die nie aufgibt". Auch wenn sie sich bei manchen Schiedsrichterpfiffen gefragt habe: "Was machen die da mit uns"" sei der Glaube an die Chance bei allen da gewesen.

spa

 

Deutschland - Münstersche Zeitung 

Donnerstag. 29. Januar 2004

USC: Das Optimum erreicht

Münster - Der USC Münster hat das zweite Bein " wenn auch schleppend " nachgezogen: Nach dem 3:0 im Hinspiel in Sofia verloren die Volleyballerinnen von Axel Büring gestern Abend mit 1:3 gegen Lewski Sofia und stehen damit im Halbfinale des Top-Teams-Cup.

Etwas über eine Stunde mussten die 900 Fans im Volleydrom am Berg Fidel zittern, dann hatten die Unabhängigen auf 1:2 nach Sätzen verkürzt und damit den einen fehlenden Set zur Endrundenteilnahme gewonnen. 22:25, 17:25, 25:20 und 23:25 hieß es nach insgesamt 86 Spielminuten.

Vor dem Hintergrund, dass die Westfälinnen nach den schweren Knieverletzungen von Kim Staelens und Sandra Aßmann ohne Zuspielerin in diese Viertelfinalbegegnung gegangen waren, ist vor der Leistung dieses Teams nur der Hut zu ziehen.

Der Satzgewinn war eine Frage des unbedingten Willens. Wieder einmal bäumte sich die Mannschaft auf, obwohl es hoffnungslos aussah.

Für die Behebung des Passer-Problems hatte Büring entschieden, sich Conny Dumler und Routinesse Teee Williams die Arbeit teilen zu lassen. Und diese beiden holten mit Unterstützung der ganzen Mannschaft das Optimum heraus. Denn selbst wenn eine Tonya Williams über 200 Länderspiele für die USA hat, oder Conny Dumler sich gerade mit dem deutschen Nationalteam für Olympia qualifizierte " als Zuspielerinnen haben die beiden Angreiferinnen da noch nie gespielt.

Anfangs sah es allerdings auch nicht so aus, als solle diese Notlösung von Erfolg gekrönt sein. Selbstredend flogen einige Zuspiele an den Adressaten vorbei, zumindest aber über die Außenpositionen verwerteten die Münsteranerinnen " vor allem Chaïne Staelens " die Vorlagen. Bis zum 17:17 hielt der USC mit, dann hatte Lewski endlich das münstersche System mit hohen Bällen auf die Außen durchschaut und ließ sich auch im zweiten Durchgang nicht die Butter vom Brot nehmen. Beim USC fehlte ohne Atika Bouagaa, die grippekrank im Bett lag, auch die Waffe Aufschlag in dieser Phase.

So ging es im dritten Satz um alles oder nichts für den USC. Doch auch wenn das Niveau stellenweise auf Landesliga-Level lag " beim USC war der Wille, diesen einen Satz zu gewinnen so groß, dass das Team davon getragen wurde und irgendwie die nötigen Punkte machte. Und sei es " wie durch Andrea Berg " mit dem Rücken zum Netz mit der Faust. Chaïne Staelens" Lob zum 25:20 machte den vierten Satz zum Muster ohne Wert.

Respekt vor der USC-Leistung, allerdings wird die Mannschaft in dieser Konstellation bei der Endrunde in Istanbul (Ulm wartet im Halbfinale) ohne eine echte Chance antreten. Doch erstmal feierte Bürings Sechs dieses 1:3 wie einen Finalsieg.

Lutz Hackmann

 

Deutschland - Westfälische Nachrichten 

Donnerstag. 29. Januar 2004

Jungen-Stützpunkt soll weiter bestehen

-hef- Münster. Der Volleyballkreis Münster feiert am 2. Februar 25-jähriges Bestehen. Alles im Lot vermeldete Rainer Möllers als 1. Vorsitzender passend zum alljährlichen Kreistag. Wichtigster Tagesordnungspunkt war dabei die Diskussion über den Fortbestand des Landesleistungs-Stützpunkts der Jungen in Münster über das Jahr 2004 hinaus bis Ende 2006. Wir werden ein Konzept erarbeiten. Das Problem ist, dass es nicht so viele Jungenmannschaften im Kreis Münster gibt, sagt Möllers. Deshalb wird an einer Konzeption gearbeitet, in der die Kreise Steinfurt und Warendorf eine Rolle spielen. Mit aller Macht soll verhindert werden, das der Stützpunkt in Münster geschlossen wird und praktisch Lüdinghausen der einzige Stützpunkt in der Region bleibt.

In Münster bieten mit BW Aasee, FVV Hiltrup, VfL Wolbeck und dem TSC Gievenbeck nur vier Klubs Volleyball für Jungen an. Ein entsprechender Arbeitskreis wird am 23. und 24. Februar tagen.

Der Vorstand des Kreises hat sich kaum verändert. Aus der kommissarischen Arbeit als 2. Vorsitzender wurde Reinhard Kremer nun einstimmig ins Amt gewählt. Sein bisheriger Posten als Beachwart bleibt unbesetzt. Neue Lehrwartin ist Carola Bröter, die die Ausbildung von Trainern und Co-Trainern forcieren will. Wiedergewählt wurden Neil van Bentem (Spielwart) und Stefan Jäger (Schiedsrichterwart). Und auch das war positiv: Kassenwart Burkhard Seeberg konnte einen ausgeglichenen Haushalt 2003 präsentieren, da hatte es im Vorjahr noch eine Schieflage gegeben.

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel