Nackte Tatsachen in den Medien
Regionalligist VG WiWa

BILD-Journalist Peter Köster wunderte und freute sich. "Seit langem mal wieder ein originelles und trotzdem professionell durchgestyltes Angebot aus Volleyball-Kreisen. Dann berichten wir natürlich auch über kleinere Vereine !" Die Rede ist von den 'Nackt'-Fotos des Hamburger Aufsteigers in die Frauen-Regionalliga Nord, der VG WiWa.

Um Werbepartner zu finden, sollte etwas Besonderes gemacht werden, da waren sich Trainer und Mannschaft einig. Und wenn, dann macht man es richtig. Mit Alexander Hassenstein wurde ein Fotograf der renommierten Agentur Bongartz gewonnen. Auf den entstandenen 'Oben Ohne'-Fotos werden die Blößen geschickt durch Volleybälle und die Arme der Spielerinnen verdeckt.

Die Fotos lösten eine der umfangreichsten Berichterstattungen über deutschen Hallen-Volleyball seit langem aus. Die BILD-Zeitung titelte - gewohnt anzüglich - 'Nanu, will keiner auf unsere Brust ?' und brachte noch eine Folge-Story. Es folgten TV-Berichte in N3 bei 'DAS', bei 'RTL aktuell' und beim Magazin 'Akte 97' von Sat 1. Sogar die ansonsten in volleyballfreier Welt lebende Hamburger Morgenpost klinkte sich mit einem Bericht ein.

Carsten Schmidt, Trainer und kreatives Herzstück des schon vor der Saison überall als Abstiegskandidat Nr. 1 gehandelten Hamburger Clubs, amüsiert sich über den gelungenen Coup: "Sogar einem Rundfunksender aus der Rheinland-Pfalz mußte ich ein Telefon-Interview geben !"

Gab's Skrupel zu überwinden bei dieser Aktion ? "Nein, schließlich sind das eigentlich auch recht harmlose Fotos, die auf nette und charmante Art die Leute aufmerksam machen." antwortet Carsten Schmidt. Und Stellerin Tina Dähmel reagiert selbstbewußt: "Ich meine, wir können uns sehen lassen. In der Mannschaft gab es keine Probleme."

Gelohnt hat sich das Spektakel für den Regionalligisten auf jeden Fall. "Wir konnten drei Sponsoren-Verträge abschließen und haben in dieser Saison keine finanziellen Probleme ! Und vielleicht findet ja auch noch der eine oder andere talentierte Spieler den Weg zu uns. Zum PR-Gewinn für den Volleyball haben wir mit der Aktion sicher beigetragen." zieht Schmidt Bilanz.

Diesen PR-Gewinn wollen einige allerdings bezweifeln. "Sich auszuziehen, um in die Zeitung zu kommen, ist doch zu einfach. Es kann nicht der richtige Weg sein, sich in den allgemeinen Trend der Sportler-Nacktfotos einzuklinken." urteilt ein Hamburger Spieler.

Beach-Chef Frank Mackerodt sieht's differenzierter: "Es muß ja nicht immer unbedingt nackte Haut zu sehen sein. Aber die oft recht hausbacken an ihre eigene Präsentation denkenden Volleyballer sollten ruhig mal mit etwas mehr Mumm und Kreativität in die Öffentlichkeit gehen."

Dann klappt's auch mit den Medien ...

Deutsche Volleyball Zeitung - Peter Neese

 

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